KATHOLISCHE kirche

Zum Artikel "Trierer Bischof entlässt erstmals Priester wegen Missbrauchs" (TV vom 14./15. Juli) diese Zuschriften:

Hat doch Herr Bischof Ackermann erkannt, dass auch er einmal ein Zeichen setzen musste, indem er den kinderschändenden Theologieprofessor mit dem päpstlichen Geleitwort zu seiner Habilitation nach zweijähriger Untersuchungszeit aus dem Klerikerstand entlassen hat. Vor zwei Jahren hat dieser Mensch seinem Neffen gegenüber alles eingeräumt, in einem Brief (für ein persönliches Gespräch war er wohl zu feige) bat er mit Krokodilstränen um Vergebung. Welch ein Hohn! Wo war denn seine Barmherzigkeit bei seinem schändlichen Tun? Was ist mit all den anderen Erniedrigten in seiner Hinterlassenschaft, hat er die auch um gleiches gebeten? Am Ende des Berichts steht zu lesen, dass seine Ruhestandsbezüge gekürzt werden sollen. Hier könnte ich Lama spielen und spucken. Ohne Details zu kennen, bin ich sicher, dass ihm am Ende noch einige Tausend Euro monatlich verbleiben werden. Wenn unsereins in dieser Weise aus dem Beruf scheiden würde, ging es schnurstracks ab in Hartz IV, allerdings käme erst Geld, wenn man alles, was man sich im Leben aufgebaut und angeschafft hat, weg ist. Das ist das zweite Gesicht dieser Strafe. Ich bin mal gespannt, ob diese Aktion eine Eintagsfliege ist. Es sollen ja noch 15 weitere Untersuchungen laufen. Wolfgang Schlick, Ayl-Biebelhausen Wann wird unsere katholische Kirche wohl aus diesen Schlagzeilen herauskommen, die dem Priesterbild so sehr schaden. Vor einiger Zeit sagte eine Mutter von drei Kindern wörtlich, dass man Priestern seine Kinder doch nur noch mit Misstrauen anvertrauen könne. Ist das nicht unendlich schade? Eine Ursache für die Missbrauchsfälle scheinen, auch wenn man es nicht wahrhaben will, das unselige Pflichtzölibat und die damit verbundene sexuelle Menschseinsbeschneidung zu sein. Es sind doch immer wieder katholische Priester, deren Entgleisung offenbar mit zölibatsbedingten sexuellen Entzugserscheinungen zu tun zu haben scheint. Dabei ist die Sexualität doch gottgegeben und gottgewollt mit einem der stärksten Triebe versehen worden und soll sicherlich nicht Sündenfalle sein, sondern der Bereicherung des Menschseins dienen. Hier wird nun ein alter, schwach gewordener Priester hart bestraft und ihm drohen sogar Pensionseinbußen. Es darf gefragt werden, ob nicht die eine größere Schuld haben, ja sich sogar vor Gott versündigen dürfen, die das unsinnige Zölibat zur Voraussetzung für ein Priestertum machen. Erinnert sei an Jesus, für den die Ehelosigkeit bei der Auswahl seiner engsten Vertrauten bekanntlich keine Rolle spielte. Missbrauchsfälle von Priestern wird es so lange geben wie das unsinnige Pflichtzölibat besteht. Josef Berens, Rommersheim