KATHOLISCHE KIRCHE

Zum Artikel "Heilig-Rock-Wallfahrt: Papst Benedikt kommt nicht" (TV vom 5. Januar):

Wallfahrten sind und waren immer eine hervorragende Möglichkeit, Gott auf besondere Art zu verehren und zu verherrlichen. Derartige Aktionen verdienen durchaus, gefördert zu werden. So könnte auch die jetzt organisierte "Heilig-Rock-Wallfahrt" als großartige Sache gesehen werden, wenn es allein um die Verehrung Gottes ginge. Doch die scheint leider eher zweitrangig zu sein. Denn der Anlass und Hauptgrund ist ein im Dom aufbewahrtes und zur Verehrung ausgestelltes Kleidungsstück. Man nennt es "Heiliger Rock", versucht, diesen Jesus zuzusprechen und zum Aufhänger der Aktion zu machen, obwohl man weiß, dass Jesus dieses Teil mit großer Wahrscheinlichkeit weder gesehen noch getragen haben dürfte. Also eine fragliche Reliquie, wie sie früher immer wieder aus dem heiligen Land mitgebracht wurden. Was soll man als denkender Christ und Katholik nun von der ganzen Sache halten? Ob da nicht im weitesten Sinn über ein Verschaukeln der brav glaubenden Katholiken spekuliert werden kann? Ist man denn nicht mehr in der Lage, eine große Sache Gott zu Ehren zu organisieren, ohne mit derart fraglichen Dingen zu werben? Gott, Jesus und das Evangelium sind doch heute nicht weniger attraktiv und aktuell als vor 2000 Jahren. Ist es nicht ein Armutszeugnis, wenn man glaubt, derartige Tricks anwenden zu müssen, um die Christen zu locken? Wäre es nicht besser, glaubwürdiger und überzeugender, wenn man Gott in den Vordergrund gestellt und nicht ein fragwürdiges, umstrittenes Kleidungsstück zum Aufhänger gemacht hätte? Josef Berens, Rommersheim