Katholische kirche

Zu unserer Berichterstattung über die Synode:

Dass aufgrund der gegebenen Situation Reformen in der Kirche notwendig sind, ist unumstritten. Doch ob sie in einem Kahlschlag der Pfarreien liegen müssen, frage ich mich und sicher viele andere Gläubige auch. Die von unseren Vorfahren unter großen physischen und finanziellen Anstrengungen aus tiefer Glaubensüberzeugung errichteten Kirchen und von den Nachfahren lebendig erhaltenen Pfarreien von 900 in einem Kahlschlag auf 60 zu reduzieren, scheint mir grausam und sehr überzogen - der Ausverkauf unserer Kirche vor Ort, auch wenn sich das Sterben schleichend vollziehen soll. Viel religiöse Aufbauarbeit wurde geleistet - alles umsonst? Ob 300 Synodale für das Kirchenvolk des Bistums repräsentativ sind und diesen Radikalkurs beschließen dürfen, wage ich zu bezweifeln. Dass eine Reduzierung der Stadtpfarren sinnvoll ist, bezweifle ich nicht. Doch aufgrund der geografischen Situation sieht dies auf dem Land ganz anders aus. Vielleicht kann man dies von Trier aus nicht realistisch im Blick haben, wenn man nie auf dem Land als Priester gearbeitet oder als teilnehmender Christ gelebt hat. Glauben die Synodalen wirklich, dass die Menschen in den Landpfarreien sonntags 80 Kilometer oder mehr zum zentralen Gottesdienst fahren? Leider haben wir nicht mehr die Generation von Großeltern und Eltern, die jungen Menschen durch Heranführen und Vorleben den Glauben nahebringen. Der motivierende Priester, der die Kinder heranführt, ist wichtiger denn je. Er ist aufgrund seiner Berufung gewollt in die Nachfolge Christi unter uns gestellt und ist nicht durch Laien zu ersetzen. Wenn Mütter, die kein Vater unser mehr beten können, die Kinder auf die Erstkommunion vorbereiten, ist es dann ein Wunder, dass wir die heutige Situation haben? Warum entscheiden sich junge Menschen nicht mehr für den Priesterberuf? Warum stellt man nicht den Zölibat aus dem 12. Jahrhundert, für den es keine biblische Jesusaussage gibt, auf freiwillige Basis um? Warum hängt man immer noch am alten Zopf, dass Jesu Nachfolger nur Männer waren? Frauen dürften auch gute Priesterinnen sein. Gerade in diesen wesentlichen Punkten wäre die starke Einflussnahme von Bischöfen und Kardinälen mit Nachdruck gefordert, bevor man die noch agilen Pfarreien an die Wand fährt. Agathe Peetz, Stadtkyll Warum laufen der katholischen Kirche die Gläubigen davon? Der Zustand der katholischen Kirche in Deutschland besteht zurzeit in Priestermangel, Missbrauchsskandalen, Gemeindezusammenlegung und geringem Interesse der Gläubigen an Gemeindearbeit. Das Bistum prüft zurzeit den Gebäudebestand, um zu schauen, welche Immobilien man veräußern könnte. An diese Phänomene möchte ich mit der Frage herangehen: Was ist daran regressiv oder progressiv? Die Ursache des Priestermangels ist wohl im Zölibat begründet, welches im Mittelalter aufkam und im Kirchenrecht festgeschrieben ist. Rein theologisch gibt es aber in den Evangelien eine Passage über die Heilung der Schwiegermutter des Petrus ( Mt.8,14-15 ). Wenn also Petrus eine Schwiegermutter gehabt hat, dann war er wohl auch verheiratet, und wenn Petrus verheiratet war, dann müssten Priester das auch dürfen. Ist also das Kirchenrecht noch zeitgemäß? Ist es in dieser Situation regressiv oder progressiv? Gemeindezusammenlegung und Veräußerung von Kirchenimmobilien: Der eigentliche Sinn der Verkündigung nach der Auferstehung Jesu bestand ursprünglich im Aufbau von Gemeinden. Werden die Gemeinden zentralisiert, dann rückt man die stetigen Ansprechpartner in die Ferne, wodurch das Gemeinschaftsgefühl der Gemeindemitglieder im Sinne Christi fragwürdig wird. Das Thema Veräußerung von Kirchenimmobilien zeigt auch die Fragwürdigkeit der katholischen Kirche. Laut Aussagen eines Pfarrgemeinderatsvorstands sind die Kirchengebäude früher von den Gemeinden gestemmt worden, doch das Bistum behandelt diese wie Privatbesitz, im Soll-und-Haben-Muster mit dem Zusatz "Das ist Kirchenrecht". Wiederum die Frage: Ist das Kirchenrecht noch zeitgemäß und im Sinne Christi? Theologisch gesehen gab es im Neuen Testament Figuren wie Judas Ischkariot (der Kassenhüter) und die Apostel, die sich aufgemacht haben, Gemeinden zu begründen und die nach dem Geld nicht gefragt haben. Die Frage, die die katholische Kirche beantworten muss, ist: Wie kann man Menschen in der heutigen Zeit ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln, im Sinne Christi und dessen Gemeinden? Matthias Weber, Dahlem