KATHOLISCHE KIRCHE

Zum Artikel "Trierer Bischof Stephan Ackermann bestraft aufmüpfigen Kirchenrebell" (TV vom 17. Nov.):

Nach einer vermeintlichen Abkühlungsfrist ist nun die Amtsenthebung von Pfarrer Christoph Eckert im saarländischen Beckingen bittere Realität. Doch stellt sich die Frage, ob die bloße Berufung auf Kanonisches Recht dieses erbärmliche Vorgehen rechtfertigt. Der beliebte Pfarrer hat seiner Kirche keinen Schaden zugefügt. Er ist unbescholten, seine Amtsenthebung erfolgte ohne Strafverfahren. Das ist Kirche in unserem Rechtsstaat. Ein bislang im Bistum Trier wohl einmaliger Fall, der die Unvernunft des erzkonservativen bischöflichen Ordinariats zeigt. Der Priester ist nicht auf eine gleichwertige, leitende Stelle versetzt, sondern trotz aller Proteste vom Pfarrer zum Kooperator degradiert worden. Es ist unglaublich, wie rigoros ein guter Hirte, an denen es in der katholischen Kirche mangelt, ohne schlüssige Gründe aus seinem Amt entfernt wird, obwohl er sich unermüdlich für eine lebendige Gemeinschaft engagiert hat. Elf lange Jahre. Die Gläubigen sind schmerzlich betroffen, darunter eine große Schar junger Christen. Der Bistumsleitung scheint das von der Gemeinde gelobte Wirken Eckerts ein Dorn im Auge gewesen zu sein. Also mutet sie den "aufmüpfigen Rebellen" einer anderen Pfarrei zu. Entspricht das Gottes Geist, der leitet und führt? Stattdessen haben wohl Missgunst und Verleumdung zu der Bestrafung verführt, die an dunkle Zeiten der Kirche erinnert. Wo sind moralische Verantwortung und christliche Brüderlichkeit, wie sie jüngst bei der Synode für die Zukunft der Kirche beschworen wurden? Wir fragen, ob der Trierer Bischof, der als Missbrauchsbeauftragter tätig ist, hier nicht selbst zu einem unschuldigen Opfer beigetragen hat? Mindestens zwei Briefe, die er persönlich aus dem Kirchenvolk mit der Bitte um Einstellung des willkürlichen Verfahrens erhalten hat, blieben ohne seine Antwort. Das Ganze ist beschämend für eine ambitionierte Persönlichkeit, die öffentlich als "liberal und fortschrittlich" auftritt und glauben lässt, die Kirche zu erneuern. Aber seine Worte zählen nicht, nur seine Taten! Familie Rainer Ludwig, Kordel