Katholische kirche

Zum Artikel "Trierer Bischof suspendiert zwei Priester wegen Missbrauchsfällen" (TV vom 2. Dezember):

Wir sollten uns nichts vorzumachen versuchen. Missbrauchsfälle wird es in unsere katholische Kirche so lange geben, wie es das unselige "Pflicht"-Zölibat und die damit verbundenen Menschseinsbeschneidung gibt. Auch wenn man es nicht wahr haben will, dürfte die aufgezwungene Enthaltsamkeit das eigentliche Problem sein, die zu sexuellen Spannungen führt, deren Folgen dann die unseligen Auswüchse als Missbrauchsfälle sind. Gott hat dem Menschen den Sexualtrieb sicherlich als Ausgleich und wunderbare Bereicherung des ganz normalen Menschseins geschenkt und gegeben. Im Schöpfungsbericht wird bekanntlich gesagt, dass es nicht gut für den Menschen ist, allein zu sein. So kann darüber spekuliert werden, ob Gott nicht ganz normale, verheiratete Männer als Priester vielleicht sogar lieber sein könnten; wie es in anderen christlichen Kirchen üblich ist, wo die Pastoren verheiratet sind, ihre gottgegebene Sexualität normal leben dürfen und wo es Missbrauchsfälle kaum gibt. Es kann sogar gefragt werden, ob die von der Amtskirche geforderte sexuelle Enthaltsamkeit für Priester als aufgezwungenes Opfer vielleicht von Gott abgelehnt, ja sogar verurteilt werden könnte. Die den Priesterkandidaten aufgedrängte Menschseinsbeschneidung ist einwandfrei eine menschliche Erfindung, nicht selten Quälerei für die Betreffenden und weder mit Jesus noch mit dem Evangelium zu begründen. Die ganze Problematik ist hausgemacht und führt zudem dazu, dass offenbar nicht wenige gute und clevere Berufene dies erkennen, reagieren und so verständlicherweise die Quantität und Qualität der derzeitigen Neupriester erkennbar immer weniger wird. Ohne Pflichtzölibat gäbe es sicherlich weniger Probleme, Quantität und Qualität der Neupriester würden besser, die Missbrauchsfälle weniger und das Gott zu Ehren wirklich ganz freiwillig gelebte Zölibat ganz enorm aufgewertet. Josef Berens, Rommersheim