Katholische kirche

Zu den Leserbriefen "Gehorsam verweigern" (TV vom 29. Juli) und dem Artikel "Priesterweihe bleibt für Frauen tabu" (TV vom 20. Juli):

Des Öfteren hat die im Dienst des Bistums Trier stehende Pastoralreferentin und Geistliche Leiterin der KSJ im Bistum, Jutta Lehnert, durch streitbare Thesen auf sich und ihre Anliegen aufmerksam gemacht. Sie hat sich dabei als hartnäckige Vertreterin einer lebendigen Streitkultur in der Kirche erwiesen. 2013 wurde ihr unermüdliches Engagement sogar mit dem Dorothee-Sölle-Preis ausgezeichnet. Nun aber geht sie wohl doch einen Schritt zu weit: Indem sie das Kirchenrecht im Trierischen Volksfreund öffentlich sinngemäß als unheilig, wahrheitswidrig und dem Wesen der Kirche widersprechend bezeichnet und Frauen vollmundig zum Ungehorsam aufruft, begeht sie einen schwerwiegenden Verstoß gegen die kirchliche Rechtsordnung, der sie sich als Gläubige und hauptamtliche Mitarbeiterin doch in besonderer Weise verpflichtet weiß. Sie dürfte sich darüber im Klaren sein, dass sie damit zumindest den Straftatbestand des c. 1373 CIC/1983 (Gesetzbuch für die lateinische Kirche) erfüllt hat: "Wer öffentlich wegen irgendeiner Maßnahme der kirchlichen Gewalt oder eines kirchlichen Amtes Streit der Untergebenen oder Hass gegen den Apostolischen Stuhl oder den Ordinarius hervorruft oder die Untergebenen zum Ungehorsam gegen diese auffordert, soll mit dem Interdikt oder einer anderen gerechten Strafen belegt werden". Sollte Lehnert ihre Äußerungen durch die nun einmal auszusprechende Verwarnung (vgl. c. 1347 CIC/1983) nicht zurücknehmen, käme eine Verhängung des angedrohten Straßmaßes infrage. Philipp Thull, Trier