Kaufen Sie nur...

TRIER. (-art) Wir laden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, zum Dialog ein. Sagen Sie uns Ihre Meinung! Das Motto: Leser fragen – die Chefredaktion antwortet.

Barbara Theis aus Grimburg schreibt: Als Neubürgerin in Rheinland-Pfalz frage ich, ob es - rein rechtlich - möglich ist, im TV eine Serie zu veröffentlichen, in der aufgelistet wird, mit dem Kauf welcher Produkte Arbeitsplätze in der Region gesichert oder neu geschaffen werden. Ich glaube, viele Bürger sähen eine Möglichkeit, mit ihrem Kaufverhalten Einfluss auf abwandernde Firmen zu nehmen und den Erhalt von Arbeitsplätzen zu unterstützen. Liebe Frau Theis, eine interessante, spannende Anregung - aber juristisch umstritten. Immer wieder befassen sich Gerichte mit der Frage, ob Boykott-Aufrufe (oder umgekehrt: "Positiv-Empfehlungen") in Medien erlaubt sind oder nicht. So ist der Appell einer Zeitung an ihre Leser, die Zahlung der Rundfunkgebühr (GEZ) zu verweigern, vor kurzem gerichtlich untersagt worden. Im Artikel 5 des Grundgesetzes heißt es: (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. Der Deutsche Presserat hat versucht, die Rechte und Pflichten der Journalisten im Hinblick auf die tägliche Arbeit etwas genauer zu definieren. Zu den publizistischen Grundsätzen zählt demnach auch die "klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken" (Kodex des Deutschen Presserats, Ziffer 7). Besonders beim Thema "Schleichwerbung" ist Sorgfalt geboten. Der Trierische Volksfreund ist unabhängig und überparteilich. Oberstes Gebot: die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung. Tabu sind für die Redaktion insbesondere "werbliche" Empfehlungen von einzelnen Unternehmen (nach dem Motto: "Kaufen Sie nur bei Müller-Meyer-Schulze"). Eine "Liste", wie von Ihnen angeregt, würde diesem Grundsatz der objektiven, neutralen Darstellung widersprechen - und zudem wohl das Wettbewerbsrecht verletzen. Davon abgesehen liefert die umfangreiche Berichterstattung über große und kleine Unternehmen der Region den TV-Lesern sicherlich viele Anhaltspunkte, sich über die hiesige Wirtschaft und deren Leistungsfähigkeit ein Bild zu machen. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende Peter Reinhart, stellvertretender Chefredakteur Fragen zur Zeitung? Lob, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie uns. E-Mail: forum@volksfreund.de Fax: 0651-7199-409 Brief oder Postkarte: Trierischer Volksfreund, Forum Hanns-Martin-Schleyer-Str. 8 54294 Trier