1. Meinung
  2. Leserbriefe

Gesundheit: Kaum in Worte zu fassen

Gesundheit : Kaum in Worte zu fassen

Zum Artikel „Rheinland-Pfalz kippt Beherbergungsverbot“ (TV vom 13. Oktober) schreibt Sonja Krump:

Die Aussetzung des Beherbergungsverbots ändert nichts an der prekären Lage der Tourismusbranche. Die Stornierungen kommen trotzdem; sei es, weil die Urlauber aus einem Risikogebiet kommen, oder sei es, weil das eigene Land Risikogebiet ist und die Vorgaben im Land oder Kreis so einschränkend sind, dass Urlauber sich das nicht zumuten möchten. Oder sei es, weil eine Regelung bezüglich des Abstands von einem Gruppenhaus gar nicht umsetzbar ist: fünf Quadratmeter pro Person, wenn man das mal hochrechnet. Die Stornierungen kommen, und das in Hülle und Fülle. Und wer bezahlt das alles? Das Land ist jetzt fein raus, weil es ja offiziell das Beherbergungsverbot nicht in Kraft gesetzt hat und somit kein offizielles Berufsverbot erteilt hat. Die erneuten Umsatzeinbrüche für die Betriebe sind da. Und die letzten Wochen der Saison sind gestorben. Der lange Winter steht bevor! Die psychische Belastung ist kaum in Worte zu fassen.

Die Tourismusbranche hat alles getan, um sich an Vorgaben zu halten; hat sämtliche Hygienemaßnahmen ergriffen, die zusätzliche hohe Kosten verursacht haben, und es hat auch funktioniert. Alle haben sich an die Regeln gehalten. Die zweite Welle wurde durch mangelnde Vorsicht im privaten Raum ausgelöst. Menschen, die nur nach dem eigenen Wohlbefinden und nicht rechts und links geschaut haben. Vermutlich Menschen, die weiter bezahlt werden, wenn sie aufgrund einer Infektion zu Hause bleiben müssen. Die Tourismusbranche trägt nun den Schaden! Hier läuft der Umsatz ein zweites Mal gegen null. Nicht einmal die Stornierungskosten können erhoben werden. Dem Gast kann man nicht zumuten, eine Stornierung zu zahlen; tut man es, kommt er nie mehr wieder; tut man es nicht; ist man bankrott!

Sonja Krump, Neuerburg