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Politik: Kein Problem – alles nur ein Traum

Politik : Kein Problem – alles nur ein Traum

Zur Berichterstattung über die europäische Flüchtlingspolitik schreibt Jürgen Teusch:

Februar 2020. Die EU einigt sich einstimmig über die weitere Verfahrensweise im Umgang mit den im Mittelmeer aufgenommenen Flüchtlingen, die Richtung Europa unterwegs sind.

Es werden alle verfügbaren Kreuzfahrtschiffe gechartert und ins Mittelmeer beordert. Dort werden alle Flüchtlinge, die vor Krieg und Elend fliehen, aufgenommen und gut versorgt. Anschließend geht es Richtung USA.

Zwischenzeitlich haben die EU-Kommission, alle Regierungschefs und Außenminister einstimmig eine Erklärung an das Weiße Haus ratifiziert und dorthin geschickt: Wir, die Europäer, möchten, dass, wenn ihr Ursachen setzt, auch die Folgen tragt. In der EU haben wir uns viel zu lange, teils mit innenpolitischen Folgen, zerstritten. Darauf haben wir keinen Bock mehr, denn Probleme haben wir ja so schon genug.  Wir fordern euch auf, diese Menschen aufzunehmen, weil eure Politik zum größten Teil die Ursachen für deren Flucht gesetzt hat. Für die größte Demokratie der Erde sollte das ja kein Problem sein.

Im Übrigen lehnen wir die Politik der Destabilisierung ab. Das hatte ja schon im Irak nicht funktioniert – also das mit der Wahrheit. Die Sache mit den chemischen Waffen war ja eine Panne, aber sei’s drum, ihr wart ja immer die Guten. Obwohl – manche der Hinterbliebenen von Gefallenen im Irak-Krieg würden  Bush und Blair gerne vor einem Kriegsgericht sehen. Aber wir wissen ja alle, das wird niemals passieren.

Aus Gründen der Fairness müssen wir euch mitteilen, dass es sich bei den Flüchtlingen nicht nur um Facharbeiter und Akademiker handelt, es könnten auch weniger talentierte  Menschen dabei sein. Aber im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sollte auch das kein Problem sein, ihr kommt ja auch mit Millionen bibeltreuen Christen, die Evolution und so was ablehnen, gut klar. Die meisten von denen haben ja auch euren Präsidenten gewählt, oder waren es etwa alle?!

Zum Schluss noch eine Bitte: In Hollywood habt ihr jahrzehntelang den Bad Guy in euren Blockbustern mit dem bösen Nazi-Deutschen besetzt, mittlerweile abgelöst vom bösen Russen. Bitte besetzt doch diese Rolle zukünftig selbst. Traum aus.

Jürgen Teusch, Wittlich