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Keine Bittsteller mehr

Zum Artikel "Verfassungsgericht stärkt Sorgerecht lediger Väter" (TV vom 4. August):

Endlich eine Chance für Väter, aus der Position des rechtlosen Bittstellers, aber verpflichteten Unterhaltszahlers entlassen und als wichtige Beziehungs- und Bezugsperson ihrer Kinder anerkannt zu werden und mehr Verantwortung bei der Erziehung übernehmen zu dürfen.

Wer seine Kinder liebt und Verantwortung für deren Erziehung übernimmt, und ich denke, dazu haben Väter in gleichem Maße wie die Mütter die Bereitschaft, der sollte die Möglichkeit haben, als gleichberechtigter Partner auftreten zu dürfen.

Permanente Kränkungen durch die Machtdemonstration "Sorgerecht" durch Mütter (und in seltenen Fällen auch durch die Väter, wenn diese das Sorgerecht haben) führen nicht nur zu negativen Gefühlen und Rückzugstendenzen beim "rechtlosen" Elternteil, sondern durch Streitereien auch bei ihren Kindern.

Vor allem Jungen brauchen einen starken Vater, um sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln zu können. Erlebt der Junge die ständige Überlegenheit der Mutter über den Vater, fällt die natürliche Abwendung von der Mutter hin zu einer eigenen männlichen Identität besonders schwer. Es besteht die Gefahr, dass besonders Jungen in eine depressive Gefühlslage gedrängt werden und sich diese später durch Unsicherheit in Paar-Beziehungen oder aggressives Verhalten etwa in der Schule äußert. So profitieren von einer Gleichstellung der Eltern vor allem die Kinder, die zu mehr Beziehungsfähigkeit erzogen werden.

Markus Schleidweiler, Heilpädagoge, Förderschullehrer, PIA, Hasborn

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