Keine lässliche Sünde

Zur Diskussion um Karl-Theodor zu Guttenberg:

Das "elfte Gebot", es lautet: "Du sollst dich nicht erwischen lassen!" Was bei einem normalen Studenten zum Verlust seines Examens/Titels, also seiner Existenz führt, wird Herrn zu Guttenberg innerhalb seiner Partei als "lässliche Sünde" angesehen. Die Kanzlerin wollte keinen "Doktor", sondern einen Verteidigungsminister.

Warum musste zu Guttenberg unter - nach eigener Aussage - überaus schwierigen Umständen promovieren? Warum hat sein Doktorvater ihm so vertraut, dass er diese Dissertation nicht auf Plagiate prüfte, sondern ihr mit "Summa cum laude" die Bestnote gab? Ist die Universität Bayreuth eine Klitsche, die verbummelten Studenten zu einem Abschluss verhilft?

Er hat eben "Pech" gehabt, dass seine Plagiate entdeckt wurden. Aber sonst ist dieser Abkömmling aus altem Adel nach wie vor Liebling vieler Deutscher. Hat er denn nicht, wie andere Studenten auch, spätestens im zweiten Semester gelernt, wie eine wissenschaftliche Arbeit beschaffen sein muss? Auch muss jeder gewöhnliche Sterbliche sinngemäß unter seine Prüfungsarbeit/Dissertation schreiben: "Hiermit versichere ich, diese Arbeit ohne fremde Hilfe angefertigt zu haben. Es wurde nur die angegebene Literatur verwendet." Das entspricht doch einer "Versicherung an Eides Statt".

Im Strafgesetzbuch heißt es: "Wer vor einer zur Abnahme einer Versicherung an Eides Statt zuständigen Behörde eine solche Versicherung falsch abgibt oder unter Berufung auf eine solche Versicherung falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft."

Liebe Bundesbürger: Macht euch doch schlau, ehe ihr Herrn Karl-Theodor so vehement verteidigt! Ihr regt Euch doch immer auf über die "verlogenen" Politiker! Ihr wollt es doch nicht anders! Schwindel als "Markenzeichen" für demokratische Politiker? Der Herr zu Guttenberg kommt mir jedenfalls nicht mehr vor wie ein Edelmann!

Hans-Martin Stüber, Gerolstein

politker