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Kirche soll für Flutschäden aufkommen

Leserbrief : Kirche soll für Flutschäden selbst zahlen

Katholische Kirche

Zum Bericht „Millionenschweres Sparpaket: Finanzlage im Bistum Trier dramatisch“ (TV vom 11. Oktober) und zum Leserbrief „Wieso ist der Staat gegenüber den Kirchen überaus großzügig?“ (TV vom 16. Oktober):

Dem Leserbrief von Reimund Weichsel möchte ich noch ein paar interessante Tatsachen hinzufügen, die in der Öffentlichkeit wenig bis gar nicht bekannt sein dürften. Liest man zum Beispiel „Katholischer Kindergarten“, so wird dem Laien suggeriert, dass der Kindergarten unter der Trägerschaft der Katholischen Kirche steht und auch von ihr finanziert wird.

Mitnichten. In aller Regel ist die Katholische Kirche lediglich mit einem kleinen Anteil  beteiligt. Die übrigen Kosten teilen sich Land und Bund. Die Benennung „Katholischer Kindergarten“ ist also irreführend. Der stark in der Kritik stehende Kölner Kardinal Woelki hat sich diese Woche bis Anfang März nächsten Jahres in eine „geistliche Auszeit“ verabschiedet  (TV vom 18. Oktober).

Für diese Zeit bezieht er sein volles Monatsgehalt von rund 13 700 Euro weiter (Quelle: WDR). Versuchen Sie das mal mit Ihrem Arbeitgeber!

Die Katholische Kirche bezifferte die Schäden an ihren Gebäuden durch die Flutkatastrophe auf mehrere 100 Millionen Euro. Genaue Zahlen stehen aus, da nach eigenen Angaben noch geprüft und taxiert wird.

Mit einem Vermögen von rund 200 Milliarden Euro wäre es für die Katholische Kirche ein Leichtes, für die Schäden selbst aufzukommen. Aber nein, auch hier ruft man mal wieder nach dem Staat.

Den wirklich Geschädigten, jenen die alles verloren haben und deren Existenz auf dem Spiel steht, bleibt bei einem solchen Verhalten nur noch übrig, die Faust in der Tasche zu ballen.