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Gesundheit: Klare Kante zeigen, Orientierung geben!

Gesundheit : Klare Kante zeigen, Orientierung geben!

Zur Berichterstattung über das Coronavirus schreiben Brigitte Nehmzow, Wolfgang Rieder und Karl-Heinz Stolz:

Die Verantwortung für die Entscheidung, Maßnahmen zu ergreifen (zum Beispiel die Absage von Veranstaltungen) wird mal wieder dem kleinsten Rädchen in der Kette, in diesem Fall den Gesundheitsämtern, überlassen. Geht es gut, brüstet sich die Politik, die Empfehlungen intensiv und mit allem Nachdruck transportiert zu haben. Geht es nicht gut, sind die Gesundheitsämter schuld, die die Entscheidungen falsch gefällt haben. Selbst die Ministerpräsidenten, die im Rahmen des Föderalismus die Entscheidungskraft erhalten haben, halten sich bedeckt und formulieren „Empfehlungen“, halbherzig und unter Wahrung der Unverbindlichkeit. Ich bin erschrocken, welche Auswüchse der gepriesene Föderalismus in sich birgt. Natürlich werden wir Einschnitte im persönlichen Umfeld, aber auch in der Wirtschaft haben. Wichtig ist doch nun erst einmal, dass wir die Krise bewältigen.

Mein Appell an die Ministerpräsidenten: Nehmen Sie endlich Ihre Verantwortung ernst, ohne in Panik zu verfallen. Stimmen Sie sich ab und handeln Sie gemeinsam in gleicher Richtung. Das signalisiert der Bevölkerung, handlungsstarke Politiker zu haben, die in Krisenzeiten zusammenstehen und sich um das Wohl ihrer Landsleute kümmern.

Brigitte Nehmzow, Trier

Was die Menschen in dieser Zeit brauchen, ist Orientierung, ist klare Kante, nicht „Empfehlung“. Liegt es an der Führungsschwäche mancher Entscheider? Vorbildlich, wie der Bitburg-Prümer Landrat Joachim Streit schon Anfang März entschieden hat, dass in seinem Kreis keine Großveranstaltungen mehr stattfinden dürfen. Es muss ein einheitliches Vorgehen im Kampf gegen das Virus sichergestellt werden. Unterschiedliche Handhabungen führen nicht nur dazu, dass die Menschen die wirklichen Gefahren negieren und persönliches Schutzverhalten vermissen lassen, unterschiedliche Anordnungen und Gefahrenbewertungen führen dazu, dass das Virus uns alle länger und intensiver bedroht. Unsere Gesundheit geht vor!

Wolfgang Rieder, Bitburg

So schlimm die Situation auch sein mag, sie hat trotzdem etwas Positives: Die ganze Welt muss nun einmal tief durchatmen und erkennen, dass es Wichtigeres gibt als Geld und Besitz. Vielleicht fangen all jene mal an nachzudenken, die permanent auf der Überholspur leben, warum das so ist. Ein Virus hat die Macht, uns gefährlich zu werden. Bei aller Sorge bin ich zuversichtlich, dass unsere Gesellschaft dieses Problem lösen und der Umgang der Menschen untereinander sich positiv verändern wird.

Karl-Heinz Stolz, Irrel