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Steuern und Finanzen: Könnte, hätte, wäre ...

Steuern und Finanzen : Könnte, hätte, wäre ...

Zum Leserbrief „Jeder muss seinen Beitrag leisten“ (TV vom 12. Februar) schreibt Peter Kühn:

In dem Beitrag von Eric Kuhn sind einige „könnte“ untergebracht. Ich hätte da noch ein paar „könnte“,  „hätte“ und „wäre“ zur Ergänzung. Zum einen könnte Günther Schartz, der nun schon seit 14 Jahren Landrat im Kreis Trier-Saarburg ist, seinen Beruf ernst nehmen und Arbeitsplätze schaffen, indem er neue Firmen anlockt. Er könnte sich für den flächendeckenden Ausbau von Glasfaser-­Internet engagiert haben. Stattdessen beschwert er sich öffentlich, das der ÖPNV in Luxemburg kostenlos sein wird. Hallo?! Er beschwert sich, dass man den Pendlern etwas Gutes tut? Er beschwert sich, das Busfahrer lieber in Luxemburg als in Trier arbeiten? Er könnte aber auch dafür gesorgt haben, das in seinem Landkreis der ÖPNV kostenlos angeboten würde oder Busfahrer in Trier auch gut bezahlt werden. Stattdessen ist er unter anderem in einem gut bezahlten Nebenjob bei RWE im Aufsichtsrat. Ja, hätte Herr Schartz ein bisschen mehr Engagement in seinem Hauptberuf als Landrat, hätte er sich für mehr Firmen in seiner Region und damit mehr Arbeitsplätze und folglich auch für mehr Einnahmen einsetzen können. Er kann nicht oder nur bedingt die Steuerpolitik seiner Partei, der CDU, in der er ja auch sehr engagiert ist, ändern. Nein dazu genügt sein politisches Gewicht nicht. Sich darüber beschweren, dass die Menschen lieber jenseits der Grenze arbeiten, ist zu kurz gedacht. Man könnte als politisch Verantwortlicher mit Herz und Hand für seinen Landkreis da sein und sich freuen, wenn es den Menschen gutgeht, denn ohne den Geldfluss aus Luxemburg, den viele fleißige Menschen in täglicher Arbeit erwirtschaften, wäre der Landkreis Trier-Saarburg eine Diaspora. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Bürgermeister von Metz und sein Departement.

Peter Kühn, Temmels