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Katholische Kirche: Kolossale Fehlplanung

Katholische Kirche : Kolossale Fehlplanung

Zum Artikel „,Wir sind nicht gescheitert!’“ (TV vom 22. Juni) und weiteren Beiträgen über Bischof Ackermann schreibt Hermann Schneider:

Die Trierer Bistumsreform erinnert einen an das Hornberger Schießen: Noch bevor es eigentlich losgeht, ist das Pulver schon verschossen. Vollmundigen Ankündigungen, kühnen Plänen und ungezählten Beratungen folgt nun der große Reinfall. Von den seit Jahren in der Mache befindlichen Strukturplänen ist kaum noch etwas übrig. Die Kerninhalte der Reform wurden mit einem Streich von den römischen Behörden vom Tisch gefegt. Warum eigentlich? Weil die Römer so böse sind? Nein, weil der Trierer Bischof eine Reform durchsetzen wollte, von der er von Anfang an wusste, dass sie so nie und nimmer mit Kirchenrecht vereinbar sein würde. Wegen grober Fahrlässigkeit könnte man auch sagen. Die Trierer Diözese steht vor einem riesigen Scherbenhaufen. Das Band der Einheit ist zerschnitten. Was große Reform werden sollte, entpuppt sich nun als kolossale Fehlplanung mit fatalen Folgen. Der Trierer Bischof hat auf ganzer Linie versagt. Die verschwendeten Kirchensteuermittel in Millionenhöhe hätte man genauso gut aus dem Fenster werfen können. In der Politik und der freien Wirtschaft wären die Konsequenzen klar. Und in der Kirche?

Hermann Schneider, Trier