Kommunen

Zum Artikel "Gemeindebund sieht gute Chancen für Klagen gegen Kommunalreform" (TV vom 18. Dezember):

Den kommunalpolitisch interessierten Lesern dürfte wohl kaum entgangen sein, dass die Kommunalreform in unserem Land und der Zusammenschluss von Verbandsgemeinden auf wenig Gegenliebe stoßen. Aus Sicht der Bürger ist dies auch nachvollziehbar, denn für viele werden die Wege und der Gang zur Verwaltung länger und nicht nur das. Aus Sicht der kommunalpolitisch Verantwortlichen ist diese Abwehrhaltung jedoch nicht zu verstehen, denn eine Verwaltungsreform ist aufgrund der Strukturveränderungen und Entwicklungen längst überfällig. Würde man die Verbandsgemeindeverwaltungen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen prüfen, wäre die zu erwartende Reform mit noch größeren Einschnitten verbunden, als derzeit von der Landesregierung angedacht. Um so unverständlicher erscheint dem neutralen Betrachter die seinerzeit gescheiterte Fusion der Verbandsgemeinden Wittlich-Land und Manderscheid in der Freiwilligkeitsphase und somit der Verzicht auf die in Aussicht gestellte "Hochzeitsprämie" der Landesregierung. Die Ablehnung der kleineren, künftig nicht mehr eigenständigen VG Manderscheid könnte erhebliche finanzielle Auswirkungen für die VG Wittlich-Land und die nun drohende Zwangsfusion haben. Aufgrund der hohen Verschuldung der VG Manderscheid (pro Kopf 550 Euro im Vergleich zur VG Wittlich 118 Euro) droht den Gemeinden der jetzigen VG Wittlich nach dem Zusammenschluss eine Umlagenerhöhung. Die Gemeinden würden also für ihre sparsame Haushaltsführung und die unverschuldet entgangene Hochzeitsprämie auch noch bestraft. Ich hoffe, dass dies den politisch handelnden Personen bewusst ist und ihre Entscheidungen entsprechend ausfallen. Bertram Bollig, Osann-Monzel