KONFLIKTE

Zum Artikel "Russland lässt die Muskeln spielen" (TV vom 3. März):

Wer geglaubt hat, der machtbesessene Kremlchef Wladimir Putin würde die ukrainische Halbinsel Krim freigeben, ist mehr als naiv. Die für Russland so wichtige Halbinsel ist für Putin ein strategisch unverzichtbarer Stützpunkt im Schwarzen Meer. Dabei geht Putin wie bei einem Schachspiel vor, er bringt berechnend seine Spielsteine in Position. Spielstein eins: der Einsatz des moskautreuen Regierungschefs Sergej Aksjonow. Spielstein zwei: 50 bewaffnete Uniformierte auf dem Krim-Flughafen demonstrativ mit russischer Fahne und besitzergreifendem Auftreten. Spielstein drei: nachfolgend russisches Militär mit einschüchternden Maßnahmen für die Bevölkerung der Krim, das den Führungsanspruch Moskaus auf die Halbinsel deutlich machen soll und die Ukraine verunsichert. Denkbar wäre ein letzter Zug: Schach matt! Putins "Spielfeld" liegt schließlich vor der Haustür Russlands, und wer wollte da die Rote Armee stoppen? Diese verschiedenen Spielzüge sind von langer Hand vorbereitete Maßnahmen Putins und seines kompromisslosen Besitzanspruches. Was haben die Nato oder der US-Präsident Barack Obama dem entgegenzusetzen, um Russland zum Einlenken zu bewegen? Die Angst vor einer kriegerischen Eskalation lässt auch das große Amerika wie die Maus vor der Schlange erstarren. Außer Appellen und hilflosen Aktionen wird nicht viel passieren. Das Zetern und Schimpfen des US-Außenministers John Kerry, den Rauswurf Russlands aus der G 8-Gruppe zu erwägen, dürfte Putin nur ein zynisches Lächeln entlocken. Wirtschaftliche Maßnahmen würden zu Nachteilen europäischer Länder führen und den Kalten Krieg eher fördern. Peter Schabowski, Trier