Konflikte

Zur Berichterstattung über den Feldzug der radikalislamistischen Isis-Rebellen im Irak und zum religiösen Fundamentalismus:

Sogenannte Gotteskrieger - Sunniten gegen Schiiten - gehen in religiöser, inbrünstiger Raserei im Irak aufeinander los, setzen das geschundene Land in Brand. Wie primitiv muss man sein, sich wegen oder im Namen einer Religion zu bekriegen? Ihre großen sozialen und karitativen Leistungen sollen nicht verschwiegen werden, doch seit es Religionen gibt, ziehen sie eine blutige Brandspur durch die Geschichte. Wenn Religion so entarten kann, muss es erlaubt sein, sie grundsätzlich zu hinterfragen: Religio - die sehnsüchtige Rückbindung an eine allerhöchste Autorität - einen Gott, der omnipotent, omnipräsent ist, ein Fürsorger, Vater und zugleich Richter, auf den man sich berufen und verlassen kann, der sogar das ewige Weiterleben im Paradies garantiert, das ist die naive, utopische Sehnsucht des Menschen. Als sie übermächtig wurde, erfand er gute und böse Geister, Gott und Religionen. Doch hauptsächlich die monotheistischen Religionen - Islam, Juden- und Christentum - haben mit ihren radikalen Ansprüchen und ihrer Intoleranz den Hass gesät, der die Welt nicht mehr zur Ruhe kommen lässt: Kreuzzüge und "Heilige Inquisition", "Jihad", der Krieg gegen "Ungläubige", das sind exemplarische Entartungen von Religion, Verbrechen gegen die Menschlichkeit! Aktuell duckt sich die freie Welt vor dem ausufernden islamistisch motivierten Terror. Gottesstaat, Scharia und Staatsreligion sind rasant auf dem Vormarsch. Doch die westlichen Kulturen scheinen wie gelähmt, sind zu feige, degeneriert und uneinig, endlich die große "Feuerpatsche" zu schwingen, um diesem mittelalterlichen Spuk ein Ende zu bereiten. Aus Angst, als intolerant zu gelten, lässt man die Mäuse auf dem Tisch tanzen. Fazit: Der Mensch - wie alle Primaten eine Laune der Evolution - braucht zwar Richtlinien, die ihm seine Grenzen setzen, aber keine Religion, die ihn gängelt, dumm und abhängig macht. Religionen, die sich anmaßen, die Wahrheit zu verkünden, das Töten "Ungläubiger" erlauben, Frauen die Gleichberechtigung verweigern, abstruse Dogmen verkünden, Bilder und Musik verbieten, die Gottesstaat, Staatsreligion und Scharia wollen, selig- und heiligsprechen, Mummenschanz, Pomp und Eitelkeit praktizieren, sind für jeden Aufgeklärten unerträglich. Sie gründen ihre Macht auf der Masse der intellektuell Unmündigen, die keine Fragezeichen aushalten. Der (ebenfalls erfundene) Teufel soll alle religiösen Fundamentalisten, talibanischen Finsterlinge und inbrünstigen Frömmler holen. Manfred Schmitz, Flußbach