Korrupt

Zum Kommentar "Überfälliges Signal" (TV vom 6. September) erhielten wir diese Zuschrift:

Dem letzten Satz von Stefan Vetter ("Doch eine grundlegende Kursänderung steht noch aus") kann ich nur zustimmen. Immer noch liegt das Verhältnis von ziviler Aufbauhilfe zu militärischem Beitrag in Afghanistan bei eins zu zehn. Dabei kann nicht übersehen werden, dass ein Großteil dieser Hilfe in Strukturen fließt, die selbst korrupt und kriminell durchsetzt sind. So geht man mittlerweile davon aus, dass die Ermordung der deutschen Polizisten durch Hinweise aus der örtlichen Polizei ermöglicht wurde. Viele der Warlords und Kriegsfürsten, die heute Funktionen im Land einnehmen und mit denen die Staaten zusammenarbeiten, sind durch Korruption und Kriminalität diskreditiert.Wirkliche Kursänderung kann nur bedeuten, der Verlängerung der "Operation Enduring Freedom" nicht zuzustimmen und ISAF (International Security Assistance Force) an eine Ausstiegs-Option mit einer weitgehenden Veränderung der zivilen Hilfe zu knüpfen. Diese muss vornehmlich die Bevölkerung einbeziehen. Kampfeinsätze, die fast immer auch Unschuldige treffen, erzeugen Hass und Terror. Ich befürchte, dass die Erweiterung der zivilen Hilfe von vielen Abgeordneten und Entscheidungsträgern befürwortet, aber das Ausmaß der notwendigen Kursänderung missachtet wird. Der Schluss "mehr Soldaten = mehr Sicherheit = mehr Entwicklung" ist falsch. Nicht Rücksichten auf Nato-Partner oder eigene Interessen (siehe Weißbuch), sondern einzig und allein das Wohl der Menschen in Afghanistan sollte das Handeln von Regierung und Parlament bestimmen. Albert Hohmann, Pax Christi,Föhren afghanistan