Politik: Krimineller Wahnsinn

Politik : Krimineller Wahnsinn

Zum Beitrag „Verzweifelte Suche auf hoher See“ (TV vom 17. Juli) schreibt Wolfram Bauer:

Ich bin einfach nur sprachlos. Es muss doch für jeden klar denkenden Menschen sofort erkennbar sein, dass ein völlig überfülltes Schlauchboot mit solch einem kleinen Außenbordmotor niemals das Mittelmeer nach Italien überqueren kann. Wenn überhaupt, dann nur wenige Meilen aufs Meer hinaus, da Sprit, Motorisierung und Bootskapazitäten völlig unzureichend sind. Die Intention bei solchen Rahmenbedingungen kann doch dann nur heißen, dass man allein auf die Hilfe von Seenotrettern spekuliert, alles andere grenzt unter solchen Bedingungen schon fast an reinen Selbstmord.

Nehmen wir als Beispiel, so wie im Zeitungsartikel angeführt, ein Schlauchboot mit 160 Flüchtlingen, wo jeder einen Betrag von (mindestens) 1000 Euro an die Schlepper entrichten muss. Zieht man die Unkosten von Schlauchboot und Hilfsmotor ab, ist ein Gewinn von über 150 000 Euro sicher. Für die Schlepperbanden ist das Risiko gering, für die Flüchtlinge dagegen ein Hasardeur-Unternehmen, das schon fast an Dummheit grenzt (siehe den Hinweis auf 90 Prozent Nichtschwimmer!). Betrachtet man die Gewinne bei solch einem niedrigen Einsatz und Risiko, dann sind solche Margen nur noch mit dem Drogenhandel vergleichbar. Die menschlichen Schicksale im Hintergrund sind auch hier völlig egal.

Wenn solch ein krimineller Wahnsinn nicht konsequent unterbunden wird, so wie es im letzten Jahr das klassische Auswanderungsland Australien erfolgreich praktiziert hat, dann macht sich hier ein falscher Humanismus unter dem Mantel von Seenotrettung mitschuldig, der indirekt das Geschäft von Kriminellen als Handlanger bedient. In der Ägäis ist durch ein Abkommen mit der Türkei das Schlepperwesen beendet worden, das Sterben auf dem Meer hatte ein Ende. Die EU steht geradezu in der Pflicht, auch im Mittelmeer endlich klare Grenzen und Verhältnisse zu schaffen. Schämen sollten sich nicht nur die Politiker, sondern auch die Retter, die immer wieder falsche Anreize und Hoffnungen für die Flüchtlinge schaffen.

Wolfram Bauer, Nittel-Rehlingen

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