Kultur

Zum Artikel "Das dritte Scheitern von Trierer Antikenfestspielen" (TV vom 7. April) diese Meinungen:

Das Theater in Trier spielt unstreitig eine unverzichtbare Rolle. Die Aufführungen waren und bleiben Stadtgespräch. Nun aber wird der Grundstein für die neuerlichen Antikenfestspiele herausgerissen mit der Begründung, es seien zwei Sponsoren abgesprungen und daher ein Fehlbetrag von 30 000 Euro entstanden; hingegen sind bereits Kosten in sechsstelliger Höhe verpulvert. Weitere Begründung: "Rahmenbedingungen haben nicht gestimmt"; die hätte man rechtzeitig stimmig machen können und müssen: Wenn beispielsweise rechtzeitig - spätestens im Januar - ein Antrag beim Land als Sonderzuschuss nebst stichhaltiger Begründung abgegeben worden wäre, dann hätte sich vermutlich auch kein "zunehmender Widerstand" im Stadtrat und bei den Sponsoren formiert. Das Vertrauen in den Stadtratsfraktionen dürfte ohnehin angesichts des noch immer nicht vorgelegten Jahresabschlusses 2015 zum Theaterhaushalt geschwunden sein. Zudem wurde vermutlich auch kein fundierter Kosten- und Finanzierungsplan vorgelegt, der diesen Widerstand wegen sternenferner Kalkulation verhindert hätte und Grundlage der Rahmenbedingungen hätte sein müssen. All diese Fragen müssten eigentlich längst Gegenstand einer öffentlichen Strukturdiskussion gewesen sein, wenn man nicht irgendwann schmerzhaft von der Macht des Faktischen eingeholt werden will. Aber dafür müsste es in Trier und Umgebung eine Kulturpolitik geben, die diesen Namen verdient. Rainer Hülsmann, Trier Die Absage von "NeroHero" in Trier ist in mehrfacher Hinsicht eine Niederlage für diese Stadt, die noch lange nachwirken wird! Wieder einmal scheitert ein Versuch, die wunderbaren antiken Kulissen zu nutzen, auf klägliche Weise. Ob und wann es nochmals zu einem solchen Anlauf kommen wird, ist mehr als ungewiss. Aus diesem Grund wird es wohl keinen Kulturpolitiker in Trier geben, der sich ernsthaft über die Absage freut. Im Gegenteil! Vor diesem Hintergrund sind die Ausführungen des Dezernenten Thomas Egger eine ziemliche Unverschämtheit und eine recht durchsichtige Taktik. Es seien nun also die Kritiker (namentlich die Ratsfraktionen der Grünen und der Union) schuld daran, dass das Projekt wegen mangelnden politischen Rückhalts abgesagt werden müsse. Diese Aussage ist hanebüchen! Grüne und Union haben lediglich auf die Probleme hingewiesen und deutliche Kritik an der bisherigen Umsetzung geäußert, eine Absage des Projekts wurde nicht gefordert. Nach allem, was man hört und was der TV schreibt, sind diese Hinweise und Forderungen absolut berechtigt gewesen! Die Tatsache, dass der politisch Verantwortliche so rasch nach der Forderung nach einem Konzept, welches das Projekt doch noch zum Erfolg werden lassen kann, eben jenes Projekt abmoderiert, lässt nur einen Schluss zu: Offensichtlich traut der Dezernent sich genau dies nicht zu! Dann sollte man dies jedoch auch so sagen und nicht die Schuld auf andere abwälzen. Johannes Wiegel, Trier