kulturgeschichte

Zum Artikel "Das seltsame Ideal der hohen Minne" (8. November):

Als Ex-Deutschlehrer habe ich die ganze Seite mit großem Interesse gelesen. Es war ein Lesegenuss! Natürlich musste man als Germanistikstudent auch Kenntnisse in Mittelhochdeutsch nachweisen. Deshalb hier das vielleicht schönste Minnelied. Es datiert aus dem 12. Jahrhundert, der Verfasser ist unbekannt: Dû bist mîn, ich bin dîn:/ des solt dû gewis sîn./ dû bist beslozzen/ in mînem herzen:/ verlorn ist daz slüzzelîn:/ dû muost immer drinne sîn. Übertragen ins Neuhochdeutsche: Du bist mein, ich bin dein:/ dessen sollst du sicher sein./ Du bist verschlossen/ in meinem Herzen:/ verloren ist das Schlüsselein:/ du musst für immer drinnen sein. Winfried Loch, Wincheringen