Landwirtschaft

Zum Leserbrief "Blühende Landschaften" (TV vom 5./6. März) und zum Artikel "Pflanzengift in 14 Biermarken gefunden" (TV vom 26. Februar):

Frau Winkler hat recht. In der Landwirtschaft wird Glyphosat gebraucht. Mir macht allerdings mehr Sorge, dass Privatleute ohne Ausbildung oder Grundkenntnisse Glyphosat als Unkrautmittel auf Pflaster missbrauchen. Abgesehen davon, dass es verboten ist und mit hohen Geldstrafen geahndet werden kann, aber wo kein Kläger, da kein Richter. Nach neuen Gesetzen brauchen Fachverkäufer, Gärtner und Winzer einen Fachkunde nachweis, der alle drei Jahre erneuert werden muss, der Privatmensch aber kann hemmungslos einkaufen und "rumspritzen". Oder aber er fährt nach Belgien und holt sich dort seine Mittelchen, die hier in dieser Konzentration verboten sind. Antje Meier, Lissendorf Landwirte merken, dass Wahlkampf ist. Kaum stehen Wahlen an, wird die Landwirtschaft mit dubiosen Untersuchungen in Misskredit gebracht. Die heutige Technik kann alles und jedes Bestandteil analysieren. Als langjähriger Braugerstenerzeuger möchte ich darauf hinweisen, dass Glyphosat in der Vorernte-Behandlung bei Braugerste in Deutschland verboten ist. Ich stelle aber fest, dass immer mehr Braugerste nicht von heimischen Feldern stammt, sondern dass die Brauereien und Mälzereien sich überregional und weltweit mit Braugerste an der Börse versorgen. Das kann also keine einheimische Gerste sein. Wenn Brauereien mit regionalen Produkten Werbung machen, sind sie nun unangenehm aufgefallen. Außerdem ist bei uns die Nachverfolgbarkeit der landwirtschaftlichen Erzeugnisse bis zum Bauer vorgeschrieben. Beim Börsenkauf aus weltweiter Ernte ist diese Vorschrift nicht einzuhalten. Das Glas Bier würde nur einen Cent teurer, wenn der Landwirt einen fairen Preis für die Gerste bekäme. Der Braugerstenanbau ist in Rheinland-Pfalz durch den Preisdruck unattraktiv geworden. Solange die Brauereien und einige Mälzereien nicht auf regionale Ware mehr Wert legen und der Preis den Ausschlag gibt, wird hier nicht mehr Braugerste angebaut werden. Es sollte festgehalten werden, dass eine Konzentration erst bei 1000 Liter Bier einen gefährlichen Grenzwert überschreitet. Ich denke, bis dahin sind andere Vergiftungen eingetreten. Walter Reusch, Bleialf