Landwirtschaft

Zum Artikel "Womit Landwirte heute ihr Geld verdienen" (TV vom 21./22. Januar):

Ich kann nicht umhin, meine Meinung zu dem immer wiederkehrenden Gejammer der Landwirte zu äußern. Im Bericht steht, dass die Landwirte in Europa etwa 6,3 Milliarden Euro Subventionen jährlich aus der EU-Kasse erhalten. Wo führt das hin? Zu noch mehr Großbauern, noch mehr Vergiftung durch Überdüngung auf riesigen Flächen, noch mehr Bienensterben! Warum lernen Landwirte nicht, wieder auf kleineren Parzellen Mischkulturen anzubauen? Mit herkömmlichen Methoden zu arbeiten, die sich seit Jahrhunderten bewährt haben? Den eigenen Misthaufen will heute wohl keiner mehr vor der Türe haben, geschweige denn, ihn umsetzen. Gut, ein Trecker anstelle von Pferdewagen sei erlaubt. Warum gibt es so viele Mastbetriebe und keine Kleinbauern-Viehbetriebe mehr? Wegen der Subventionen natürlich. Subventionen sollte es geben, wenn eine wirkliche Not eintritt. Ganze Ernten vernichtet werden durch Hagel ... oder Heuschrecken. Oder für die wirklichen kleinen Bauern in der EU, die sich keinen Traktor leisten können und noch Handarbeit auf ihren kleinen Parzellen und Höfen leisten, um nicht zu Wirtschaftsflüchtlingen zu werden. Aber nicht, sobald die Preise einmal in den Keller gehen. Oder, sobald die Wetterverhältnisse anders sind, als dass sie eine gewinnbringende Ernte versprechen. Muss nicht jeder Gewerbetreibende für etwaige Ausfälle in seinem Betrieb Vorsorge treffen? In guten Zeiten legt man etwas zur Seite, damit man davon zehren kann, wenn die Zeiten nicht so üppig sind. Ganz normal, für alle Bürger. Warum schreien die Bauern immer gleich nach Subventionen? Tut mir leid, ich habe nicht im geringsten Mitleid mit Bauern, die sich nur auf ein Produkt spezialisieren, um die schnelle Kohle zu machen. Anstatt wie ihre Urväter sich redlich mit Mischlandwirtschaft ein Einkommen zu sichern. Auch damit konnten Bauern reich werden. Sogar sehr reich. In Krisenzeiten waren es immer die Städter, die schlecht dran waren. Niemals Landwirte. Rozalia Jacquin, Trier