Landwirtschaft

Zum Artikel "Der EU-Kommission stinkt es, wie Deutschland mit der Gülle umgeht" (TV vom 18. November):

Es muss als reinste Bankrott erklärung deutscher Umwelt- und Landwirtschaftspolitik gesehen werden, dass die EU-Kommission die Bevölkerung gegen den hohen Eintrag von Nitrat in unser Grundwasser mit einer Klage schützen muss. Wer will, kann die Gefahr mit eigenen Augen erkennen. So war der Stausee Bitburg im Sommer stärker als jemals zuvor von einem Algenteppich überzogen, was zweifelsfrei auf viel zu hohe Nitratwerte schließen lässt. Die Landwirte in der Eifel klammern sich derweil an jeden Strohhalm und versuchen, mit Gülle-Importen aus den Niederlanden ihr Budget aufzubessern. In Wahrheit lässt man sie aber ihr eigenes Grab schaufeln, denn damit unterstützen sie nur die Großbetriebe und Erzeuger billigster Lebensmittel; mit der Folge, dass sie sich selbst die Preise kaputtmachen. Doch die starke Landwirtschaftslobby verhindert seit Jahren eine Gülle-Verordnung, die alle schützt. Gleiches gilt für die Verwendung von Pestiziden. Seit Jahren klagen unsere Imker über das Sterben ihrer Bienenvölker. Sie führen dies auf den übergroßen Pestizid-Einsatz zurück. Doch unsere Landwirtschaftsvertreter wissen ganz genau, dass davon keinerlei Gefahr ausgeht, sie wissen, dass die Landwirte verantwortungsvoll damit umgehen, und erreichen eine Laufzeitverlängerung für Glyphosat. Die Zeche zahlt natürlich der Steuerzahler: Zunächst muss die zu erwartende Strafe der EU gezahlt werden (Frankreich kostet das zwischen einer und drei Milliarden Euro), dann muss das Verschneiden des Trinkwassers mit nitratarmem Wasser mit einem wesentlich höheren Wasserpreis gezahlt werden, und drittens wollen Politiker ja monatlich ihre Diäten auf dem Konto haben. Alfred Nober, Ehlenz