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Soziales: Lasst Profis ran, keine Spinner!

Soziales : Lasst Profis ran, keine Spinner!

Zu den Leserbriefen unter der Überschrift „Bezahlt uns anständig, sonst könnt ihr die Busse selbst fahren“ (TV vom 17. Juli) und zum Artikel „Droht nach den Sommerferien das Schulbus-Chaos?“ (TV vom 8. Juli) sowie weiteren Beiträgen zum Thema schreibt Ewald Thisse:

Mehrere Busfahrerinnen und -fahrer aus der Region beschweren sich in Leserbriefen über unzureichende Löhne und Arbeitsbedingungen. Zur bildlichen Darstellung dieses ernsten Themas wird ein Bus des Verkehrsbetriebs der Trierer Stadtwerke verwendet. Keine der Personen, die sich beklagen, ist bei den Stadtwerken beschäftigt. Die Zeitungsleser gewinnen mit dem Bild den Eindruck, dass diese ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schamlos ausnutzen. Dies ist aber durch die Anwendung der Tarife des Öffentlichen Dienstes nicht der Fall. Das Ansehen des den Trierer Bürgern gehörenden Verkehr-Dienstleistungsbetriebes wird so geschädigt.

Was die dringend notwendige Verbesserung der Entgelte und Arbeitsbedingungen der Fahrerinnen und Fahrer bei anderen Unternehmen angeht, ist die Zeit des Schwätzens vorbei.

Beispiel: Der sehr fahrgastfreundliche Busunternehmer Walscheid aus der Eifel hat seinen Busbetrieb, unter anderem mit Schülerverkehr, dichtgemacht (der TV berichtete darüber). Die Einnahmen decken nicht mehr die täglich anfallenden Kosten. Zugemachte Verkehrsbetriebe sind, zum Schaden der Betroffenen, so schnell nicht wieder zu aktivieren.

Aus der Landes- und Kommunalpolitik müssen betriebswirtschaftlich durchblickende Personen gesucht werden, die in der Lage sind, selbst einen Dienstleistungs-Betrieb zu führen. Keine Spinner.

Es müssen Zuschüsse aus Bundes-und Landesmitteln kreiert werden, um die Daseinsfürsorge der steuerzahlenden Bürger zu gewährleisten. Den Rest müssen die an den Aufwendungen orientierten Fahrpreise erbringen.

Dipl.-Ing. Ewald Thisse, Stadtwerke-Direktor i.R., Trier