Lebensmittel

Zum Artikel "Wie viel Tier verträgt der Planet?" und zum Kommentar "Wir sind die Schweine" (TV vom 10. Januar):

Bei diesem Wahnsinn kann einem ja wohl nur schlecht werden. Danke, Werner Kolhoff, für den treffenden Kommentar. Ja, "man schämt sich, Geschöpf zu sein", das so mit der Schöpfung und mit den Mitgeschöpfen, den Tieren und letztendlich mit sich selbst umgeht. So hat sich unser Schöpfer die Welt sicherlich nicht vorgestellt bei seinem "Macht euch die Erde untertan". Den Kreislauf dieses Wahnsinns von Ausbeutung der Erde, besonders in den armen Ländern, von katastrophalen Zuständen bei Massentierhaltung, Tiertransporten und Schlachthöfen bis hin zu den furchtbaren Folgen für Umwelt und Gesundheit kann jeder durchbrechen. Jeder kann sich entscheiden, was er kauft und was er isst. Ich lebe seit 33 Jahren vegetarisch, und das sehr gut, mit sehr hohem Essengenuss und Lebenslust. Ich bin kerngesund (spare somit auch den Krankenkassen einen Haufen Geld) und habe das nicht bezahlbare gute Gefühl, für diesen Wahnsinn nicht verantwortlich zu sein. Ein Gefühl von hoher Lebensqualität, die ich nicht an der billigen Fleischtheke kaufen kann. Elisabeth Dichter-Hallwachs, Utscheid Beim Thema Fleischerzeugung wird sehr oft ein Aspekt vergessen, so auch im ansonsten sehr aussagekräftigen Artikel des Volksfreunds. Fleischerzeugung durch Landwirte basiert schon immer auf dem Grundsatz des Kreislaufes von Nährstoffen: Die Tiere fressen überwiegend pflanzliche Nährstoffe, bilden dadurch Fleisch, Milch oder Eier und geben die nicht verwerteten Nährstoffe über die Ausscheidungen als Jauche oder Kot dem Boden zurück. Die durch diese Produkte dem Boden entzogenen Nährstoffe werden durch Handelsdünger ersetzt oder gelangen als menschliche Fäkalien über den in Kläranlagen erzeugten Kompost ebenfalls zurück in den Boden. So entsteht ein Kreislauf, der nachhaltig wirkt und die Böden nicht schädigt. Dieser Kreislauf funktioniert vor allem bei industriellen Mastmethoden nicht mehr, denn dort werden die verwendeten Futtermittel überwiegend aus anderen Regionen, vor allem aus Südamerika, und meist in Form von Soja zugekauft. Das ist so, als würden die Kühe im eigenen Garten stehen, aber überwiegend im Garten des Nachbarn fressen oder das Futter von dort bekommen. Das bedeutet, dass der Boden des Nachbargartens verarmt und der Boden im eigenen Garten von den Tieren zugesch… wird, mit allen daraus resultierenden Folgen. So kann sich jeder vorstellen, was inzwischen seit fast einem halben Jahrhundert einheimischen Böden zugefügt wird. Nachlassende Bodenfruchtbarkeit und Verseuchung des Grundwassers durch Nitrat sind schon erkennbare Folgen. Ein Ausweg wäre die Rückführung der Fäkalien in die Erzeugerländer der Futtermittel, das ist aber nicht machbar. Besser ist es, Fleisch, Eier und Milch in Bauernhöfen zu erzeugen, die nur so viele Tiere halten, dass diese überwiegend durch Futter von eigenen Feldern ernährt werden können und die genug Fläche haben, um die Fäkalien dieser Tiere nutzbringend und damit schadlos als wertvollen Dünger darauf unterzubringen. Kurt Weiser, Herforst Im Vorfeld der Grünen Woche ist es so weit. Dann macht man mit Schlagzeilen gegen die Agrar- und Fleischlobby und mit neuen Vorwürfen Front. Der BUND und andere Umwelt- und Tierschutzorganisationen kämpfen um die Gunst der Spender, die ihnen jährlich eine halbe Milliarde Euro einbringt - dank Schlagzeilen wie der im Volksfreund. Die im Fleischatlas zitierten Argumente wird der Verbraucher schon fressen. Die Medien tragen das Übrige dazu bei - Hauptsache Schlagzeilen. Ob die zitierten Zahlen der Wahrheit entsprechen oder man den Behauptungen glauben schenken darf, darüber macht sich keiner Gedanken. Die Verfasser kommen von der Heinrich-Böll-Stiftung, die den Grünen nahesteht. Eben jenen Grünen, die unlängst den Veggie-Day einführen wollten. Von einer objektiven Darstellung im Fleischatlas kann nicht die Rede sein. Selbst der kritisierte hohe Bedarf an Futtergetreide ist doch kein Verlust an Nahrungsmitteln, sondern wird in ein hochwertiges Nahrungsmittel - nämlich Fleisch - umgesetzt. Dass in Deutschland mit den weltweit höchsten umwelt- und tierschutzrelevanten Maßstäben gearbeitet wird, die uns tagtäglich ein qualitativ hochwertiges Nahrungsmittel ermöglichen und das mit einer positiven Ökobilanz, verschweigt man gerne. Deutsche Agrarprodukte genießen weltweit das höchste Vertrauen, nur im eigenen Land nicht. Es gibt aus meiner Sicht keine Alternative zu den hohen Standards der Landwirtschaft. Als Schweinefleischerzeuger weiß ich um meine Verantwortung für Tier und Umwelt und bin weder gnaden-, gedanken- noch bedenkenlos. Gedankenlos ist der Kommentator, der seiner guten journalistischen Arbeit nicht gerecht geworden ist. Jörg Ritgen, Landwirt, Morbach In Deutschland hat der Tierschutz Verfassungsrang, Tiere sind unsere Mitgeschöpfe, wir tragen Verantwortung für ihr Leben und Sterben! Wer heute Tiere quält, quält der nicht morgen auch Menschen? Es ist wichtig, unseren Fleischkonsum samt der bedenklichen Zusammenhänge zu betrachten, die im Fleischatlas dokumentiert sind. Jeder verantwortungsvolle Bürger sollte diesen Bericht sorgfältig lesen. Wir müssen uns vergegenwärtigen, welche Bedeutung unsere Billigfleischtransporte haben. Wie leben und wie sterben diese Tiere? Welchen Schaden richten wir an, wenn wir Menschen, die bisher vorwiegend gesunde vegetarische Nahrung zu sich nahmen, mit Billigfleisch überschwemmt werden? Welche langfristigen und irreversiblen Schäden werden durch das Abholzen der Regenwälder, durch den Einsatz von Pestiziden und so weiter verursacht? Die Fleischindustrie, der Bauernverband, der vorwiegend die Fleischfabriken und nicht die kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe unterstützt, denken nur an ihren Profit und den ihrer Mitglieder. Hier ist die Politik aufgerufen zu handeln! Bei jedem Billigfleisch-Angebot in unseren Supermärkten müsste neben dem Preis ein Hinweis auf das Leben und Sterben des Tieres sein, das wir zu essen gedenken. Es gibt heute gute Informationsmöglichkeiten über die Massentierhaltung; es kann niemand sagen, er wüsste nicht, was er tut, wenn er sich ein Stück Fleisch aus dem Billig angebot "schmecken" lässt. Wir als Verbraucher haben die Macht, über unsere Verkaufsentscheidungen Massentierhaltung oder artgerechte Tierhaltung zu fördern und zu unterstützen. Dies heißt aber auch, dass wir die Verantwortung über die Tiere, unsere Mitgeschöpfe haben. Diese Verantwortung kann uns niemand abnehmen. Heide und Dr. Reinhart Förster, Daleiden