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Verkehr
Wir brauchen ein anderes Tarifsystem

Zu unserem Bericht „Mit einem Busticket durchs ganze Land“ (TV vom 4. April) schreibt Dr. Karl-Georg Schroll, Wiltingen/Saar:

Mit einem Busticket durchs ganze Land zu fahren, ist eine tolle Idee, aber sie müsste von den Oberbürgermeistern und Herrn Wissing auch zu Ende gedacht werden. So müssten als Erstes die Schienen-Infrastruktur ausgebaut und verbessert, und  brachliegende Schienenwege dürften nicht durch Radwege „vernutzt“ werden. Eine zweite,   überaus wichtige Voraussetzung: Es müsste auch für jedermann finanziell leistbar sein, ein „Überland-Ticket“ zu erwerben. Bei den heutigen Bahn- und Buspreisen im VRT-Gebiet ist es schon eine Zumutung, dass man für eine Monatskarte für die Strecke Wiltingen-Trier 115 Euro auf den Tisch legen muss. In anderen Verkehrsverbünden ist es weitaus günstiger: In dem Gebiet um Freiburg herum –  mit etwa 650 000 Einwohnern – kostet ein Monatsticket für die gesamte Region (so groß wie das Saarland) zum Beispiel schlappe 54 Euro. Meine Frage: Warum ist das hier nicht möglich?

Wenn man also durch das ganze Land fahren will, dann sollten die Oberbürgermeister und Herr Wissing ein anderes Tarifsystem entwickeln. Mein Vorschlag ist ein Bürgerticket, an dem jeder Erwachsene in Rheinland-Pfalz mit 20 Euro monatlich beteiligt ist. Sie glauben gar nicht, wieviel Geld zusammenkommen kann, um damit einen Nahverkehr als Daseinsvorsorge, die man dann auch so nennen kann, auf die Beine zu stellen. Mit den öffentlichen Finanzmitteln zusammen kommt gut und gerne jährlich eine Milliarde Euro zusammen. Das sollte für einen guten ÖPNV reichen. Und ein Vorteil für Familien mit schulpflichtigen Kindern: kein teures Schülerticket mehr.

Wir müssen alle daran arbeiten, dass die Vision der Oberbürgermeister – aber dann mit einem Bürgerticket – Realität wird.