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Leserbrief Missbrauch durch Kirche: Woran wir wahre Hirten erkennen

Ihre Meinung : Wahre Hirten erkennen wir an der Nachfolge Christi

Kirche

Zu den Leserbriefen „Wann beginnt das Umdenken?“ und „Der eigentliche Skandal heute ist die Missachtung der Heiligen Schrift“ (TV vom 16. Juni)

In beiden Beiträgen prangern die Autoren die Missstände in der katholischen Kirche an. Lange bekannt sind Missbrauchsfälle durch Geistliche und das bewusste Vertuschen auch im Bistum Trier durch die Kirchenoberen, die dadurch zu Mittätern wurden.

Die staatliche Justiz kann oder will aufgrund des selbstgeschaffenen Kirchenrechts diese Paralleljustiz nicht antasten. Spätestens auf dem I. Vatikanum wurde der päpstliche Jurisdiktionsprimat zur eigenen Machterhaltung zementiert. Die Kurie in Rom und die Vertreter in den Generalvikariaten festigten ihre nahezu unumschränkte Macht durch Dogmen und schließen kritische Geister schnell von ihren Lehrämtern aus (Ranke-Heinemann, Küng). Bei dem permanentem Machtmissbrauch und Vertuschungen der obersten Leitungen sprechen Opfer von einer kriminellen Institution.

Die Grundfesten der katholischen Kirche sind erschüttert. Das zeigt sich nicht nur an den Kirchenaustritten. Eine demokratische und geschwisterliche Mitbestimmung wird in den Machtzentren nicht praktiziert.

Frauen dürfen zwar an Altennachmittagen Kaffee servieren; im Trierer Generalvikariat arbeitet eine Finanzchefin, und in Köln helfen Kirchenschweizerinnen. Damit ändert sich  aber nichts an der männlichen Machthierarchie.

Viele Restkatholiken (Niedecken) bleiben noch. Nach dem katholischen Theologen Bogner „leben viele Dabeigebliebene in den Ruinen des existierenden Katholizismus“. Zu dem fortschreitenden Zerfall der katholischen Kirche haben sicherlich die selbstgefälligen Oberhirten mit ihren Machtapparaten beigetragen. Reue oder gar  Umkehr sind nicht erkennbar.

Dem einfachen Volk wurde noch vor einiger Zeit bei vergleichsweise geringen Vergehen mit Fegefeuer und Hölle gedroht. Vor 2000 Jahren lebte und lehrte in Galiläa der Friedensstifter Jesus Christus als großes Vorbild, bei dem Worte und Taten übereinstimmten.

Nach der Bibelstelle Joh 10,11  erkennen wir die wahren Hirten trotz  Überlastungen an der konkreten Nachfolge Christi. Sie gehen an die Ränder der Gesellschaft und helfen dort glaubhaft. Diese wahren und guten Hirten verdienen Anerkennung, Gefolgschaft und Solidarität.
Helmut Repplinger, Klausen