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Leserbrief von Oswald Weber

Ihre Meinung : Kommunalaufsicht erweist Bärendienst

Kommunaler Sparzwang

Zum Bericht „Kommunalaufsicht packt den Rotstift aus“ (TV vom 6. April) schreibt der ehemalige Ortsvorsteher von Büscheich, Oswald Weber:

In den letzten Jahren haben politisch Verantwortliche aller Farben angekündigt, den ländlichen Raum zu fördern. Hintergrund für diese sehr begrüßungswerte Absicht ist wohl die immer noch grassierende Landflucht. Also der Wegzug der Jungen in die Städte. Diese Förderung kann aber nicht nur auf die Mittelzentren wie Gerolstein, Daun oder Prüm zielen, sondern erst recht auf die Weiterentwicklung der  Dörfer und Stadtteile.

Die Stadt  Gerolstein hat einen Schritt in diese Richtung getan und für die Umsetzung des rechtsbeständigen Bebauungsplanes „Auf dem Acker“ im Stadtteil Büscheich Mittel für denGrunderwerb eingestellt. Vor einigen Jahren wurde lediglich ein Teil des Baugebietes erschlossen.

Meines Wissens sind derzeit nur noch zwei Baustellen verfügbar, sodass schon bald wieder ein Engpass entstehen wird. Junge Leute sind die Zukunft eines jeden Dorfes, ohne sie gibt  es keine Entwicklung in den kleinen Kommunen. Und wer die Jungen halten will, muss zumindest  erschlossenes Bauland anbieten können. Mit großer Enttäuschung müssen wir nun feststellen, dass die Kommunalaufsicht bei der Kreisverwaltung Vulkaneifel die Weiterentwicklung eines Stadtteiles blockiert, indem sie unter Hinweis auf die Verschuldung der Stadt  fordert, die eingestellten Mittel zu streichen.

Nun hat die Stadt vor ca. 20 Jahren nicht unerheblich in die Planung und den Teilgrunderwerb in dieses Baugebiet investiert. Bis heute hat sie nur einen Teil der Kosten über den Verkauf der wenigen erschlossenen Grundstücke reinvestieren können. Die Restkosten und die jetzt entstehenden Kosten könnten über den  Verkauf der neu zu erschließenden Baustellen ausgeglichen werden.  Diese Einnahmen kämen dem wohl dann immer noch defizitären Haushalt  wieder zu Gute.

Vielleicht wollte die Stadt ihrem Stadtteil aber auch etwas zurückgeben für die in den letzten Jahren, wie in anderen Stadtteilen auch, geleisteten umfangreichen Eigenleistungen, durch die die Stadt (nachweisbar) nicht unerhebliche Kosten eingespart hat. Dem müsste sich auch die Kommunalaufsicht anschließen können.