Leserbrief zu den TV-Berichten Bitflugplatz und ART-Müllgebühren

Ihre Meinung : Das Kylltal wird zum Mülltal

Infrastruktur

Zu den TV-Berichten über den Bitburger Flugplatz und die Neuordnung der Müllgebühren (der TV berichtete mehrfach) schrieb uns dieser Leser:

Auf der Trier-Bitburger Wassermulde liegt der Konversionsflugplatz Bitburg, der untersucht wurde. Die Umweltschäden durch Chemikalien wie PFT kann man mit einer Milliarde Euro Schadenssumme vermuten. Grundsätzlich müssten nach dem Umweltinformationsgesetz und Transparenzgesetz die Daten des Generalentwässerungsplans und die der Sondierungsbrunnen rund um den Flugplatz auf den Tisch.

Jetzt hat die ART Trier aber hoch belastete Grundstücke von der Bima gekauft, obwohl für den gesamten Flugplatz, jetzt Gewerbegebiet, keine Umweltverträglichkeitsprüfungen stattfanden. Es gibt bundesweit keine PFT-Bodendeponie. Diese Pi­lotanlage auf der Wasserscheide Kylltall zur Nims wird eine weitere Belastung darstellen. Ich war drei Tage im Altlastenseminar in Karlsruhe, wo bundesweit die Problemfälle vorgestellt und Entsorgungskonzepte vorgetragen wurden. In einer Bundestagsanfrage von 1970 wurde parteiübergreifend angefragt, (diese liegt mir schriftlich vor) auf die Umweltgefährdung des Natoflugplatzes Bitburg und von Spangdahlem sowie auf die Gefährdung des Kylltals geologisch und hydrologisch hingewiesen. Antwort: Die Wasserbehörden des Landes tragen hier die Verantwortung über das Wasserrecht. Werden jetzt die Schäden, die eingetreten sind, und die Problemflächen zubetoniert? Was ist mit dem Wasser, das in die Kyll läuft? Wir ziehen 30 bis 70 Prozent Uferfiltrat der Kyll mit in die Brunnen. 2018 waren wir auf 7,5 Millionen Kubikmeter Grundwasser angewiesen.

Das Roh-Grundwasser ist im Wasserhaushaltungsgesetz besser geschützt als das hergestellte Trinkwasser. Vor diesem Hintergrund der Geologie und Hydrologie macht die ART Trier auf dem Flugplatz Bitburg aus dem Kylltal ein Mülltal. Hier entsteht ein Interessenskonflikt zwischen Zweckverband Bitburg-Flugplatz und dem Zweckverband Kylltal. Es gibt einen Beweisbeschluss der VG Wittlich-Land gegen die Bima, worauf untersucht werden muss, woher die hohe PFT-Belastung im Außenbereich von Spangdahlem kommt. In Koblenz bei der SGD Nord wurde in einer Diskussionsveranstaltung in Vorträgen darüber diskutiert. Gefordert ist in der PFT-Strategie des Landes die konkrete Umsetzung der technischen, kostenintensiven Reinigung der Böden und des anfallenden schleichenden PFT-Giftwassers auf den Flächen der Bima/ART.

Die Diskussion steht erst am Anfang, denn es ist ein Aspekt der Müllerhöhungsgebühren. Eine Anhörung muss statfinden.

Hans Joachim Spang,

Welschbillig