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Leserbrief zum Abriss einer Villa in Daun

Leserbrief : Erst die Bäume, dann die Villa ...

Stadtentwicklung Daun

Zum Artikel „Erst die Bäume, dann die Villa: Fällungen und Abriss für den Bank-Neubau“ (TV vom 23. März) äußert sich Roland Thelen aus Mehren:

Nun rückt also in den nächsten Tagen der Bagger an, um das sogenannte „Drückes-Haus“ in der Dauner Abt-Richard-Straße „plattzumachen“. In der Tat war in der Stadt kein Protest zu vernehmen, und so fällt es der Bauherrin Volksbank RheinAhrEifel nicht schwer, sich hinter dünnen Argumenten zu verstecken, um den Abriss zu rechtfertigen.

Da ist es sehr hilfreich, dass die Villa aus den 1930er Jahren nicht in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz geführt und der nicht gegebene Denkmalschutz auch noch von der Kreisverwaltung bestätigt wird. Die Qualität und Aktualität der Landesdenkmalliste darf aber grundsätzlich, so wie die Stellungnahme der Denkmalschutzbehörde mit Blick auf etliche geschützte regionale Vergleichsgebäude angezweifelt oder hinterfragt werden.

Auch wenn der Keller feucht und dumpf ist, die Balustrade saniert und das Dach erneuert werden müsste (und so weiter), ist die Substanz des Gebäudes intakt und denkmalwert und wäre letztlich auch mit vertretbarem Aufwand zu restaurieren –  unbestritten allerdings nicht umnutzbar für die Ansprüche und Anforderungen eines modernen Bankgebäudes.

Und so nimmt man gerne die „Tradition der Aufbauprogramme nach dem Zweiten  Weltkrieg, die sich kaum am alten Stadtbild orientierten“ auf und präsentiert dem Zeitgeschmack folgend, in der Anmutung eines zu groß geratenen Einfamilienhauses den Entwurf eines Neubaus, der mit überdimensioniertem Bank-Logo seine Funktion erklären muss.