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Leserbrief zum Bericht über Hygienevorsorge beim Schlachthof Simon

Hygiene : Bedingungen auf den Prüfstand stellen

Corona

Zum Bericht über Hygienevorsorge-Bedingungen beim Schlachthof Simon (TV vom 13. Mai) schrieb uns Peter Feilen aus Neumagen-Dhron:

Ich nehme mal an, dass der Verfasser des Berichtes nicht auf der Lohnliste dieses Betriebes steht. Bei mir kam nach dem Lesen des Artikels an: „Schaut mal her, was für ein vorbildlicher Betrieb die Firma Simon ist, hier ist alles in Ordnung.“ Ich weiß, es ging um die Hygiene, ist ja auch wichtig und richtig, aber ein wenig „Greenwashing“ (Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen) ist auch dabei.

Auf der anderen Seite ist hier aber auch ein Betrieb, welcher für Tierleid steht. Die Schließungen der Betriebe und die Erkrankungen im Zusammenhang mit den Zuständen in den Schlachtbetrieben in Coesfeld und Bad Bramstedt und darüber hinaus sind ein nochmaliges nachhaltiges Signal die Bedingungen in der Fleischindustrie insgesamt auf den Prüfstand zu stellen.

Nicht nur in den Großschlachthöfen gibt es Hotspots und Stelldicheins von Epidemie, schmuddeligen Geschäften, mangelnder Hygiene, Ausbeutung, Tierschutzvergehen und Umweltsauereien, wie die vergangenen Skandale eindrücklich zeigen und schon wieder vergessen sind, wenn erst das Schnitzel auf dem Teller liegt.

Kein vernunftbegabter, logisch denkender und halbwegs konsequenter Mensch kann heutzutage noch guten Gewissens Fleisch aus diesen Betrieben essen. Dazu sind schon enorme mentale Verdrängungsleistungen notwendig.

Ich hege ja immer eine Hoffnung und hier lasse ich meinen niederen Instinkten einmal freien Lauf, dass die Verantwortlichen von solchen Schlachtbetrieben jede Nacht von den Schreien und dem Leid der Tiere Alpträume bekommen, aber dies bleibt wohl nur ein Traum von mir.