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Leserbrief zum Höhenradweg Mosel

Ihre Meinung : Jetzt wissen wir, wo das Geld hinfließt

Radtourismus

Zum Artikel „Auf der Höhe statt am Fluss radeln“ (TV 21.November) schrieb uns Ingrid Degen aus Monzelfeld:

Jetzt ist es raus, ein zweiter Radweg für die Moseltouristen, der über die Höhen verlaufen soll. Ja, wo bleibt denn da der erste Radweg für die Hunsrücktouristen?

Hier meine Erläuterung: Der Radfahrer, der 14 Tage Urlaub machen will und von Etappe zu Etappe fährt, benötigt Verbindungen von einem Radweg zum anderen. Ein Beispiel: Er startet in der Eifel, fährt an die Mosel, möchte dann auf den Hunsrück, um schließlich weiter zum Rhein oder zu den anderen diversen Radwegen zu fahren. Fährt er über den Maare-Mosel-Radweg  an die Mosel und möchte auf den Hunsrück, findet er keine asphaltierte Strecke, die direkt dorthin führt, die im E-Bike-Zeitalter mühelos zu bewältigen wäre. Natürlich gibt es seit langem genügend Mountainbikestrecken im Hinterbachtal, die auf den Hunsrück führen, die aber nicht von den Etappenfahrer genutzt werden, weil sie ja von A nach B und keine Umwege fahren wollen. Eine 40 Kilometer lange Themenroute nützt dem Etappenfahrer nichts.  Die Waldstrecken im Hinterbachtal oder auf den anderen Höhen werden vorwiegend von den Einheimischen und von den Moseltouristen genutzt. Diese machen Urlaub an der Mosel, machen eine Tagestour mit dem Rad ins Hinterbachtal, fahren zurück an die Mosel, schlafen, essen und trinken dort. Hätte der Etappenfahrer die Möglichkeit, direkt auf den Hunsrück zu fahren, würde er dort übernachten und somit Gastronomie und Kultur unterstützen.

Wir brauchen eine asphaltierte Direktverbindung von Mosel zu Hunsrück, zum Beispiel von Mülheim zum Belginum. Der Hochmoselübergang hat den Verkehr vom Blockhaus zur Mosel extrem entschleunigt, sodass diese Route optimal wäre. Das Belginum tritt laut den einzelnen Tourismusverbänden sowieso immer wieder in Erscheinung. Dort wäre eine E-Lade-Station sinnvoll, derweil die Touristen zwischenzeitlich das Museum besuchen könnten. Anschließend könnten sie auf den Ausoniusradweg. Das würde ich als Regionaltourismus bezeichnen. Es gibt einen nicht unerheblichen Anteil an Radtouristen, die mit ihrem eigenen Rad in Urlaub fliegen (es muss ja nicht immer E-Bike sein), diese könnten dann vom Hahn auch an die Mosel fahren, wäre dann eine Direktverbindung vorhanden. Auch das ist vernetzter Radtourismus.

Wir wissen alle, dass es zurzeit viele Förderungen zum Ausbau und zur Vernetzung der Radwege gibt. Und jetzt wissen wir auch, wo diese Gelder hinfließen sollen.