Ihre Meinung : Servicewüste Müllentsorgung

Zu den Plänen des Zweckverbands ART schrieb uns Klaus Finken:

Die neuen Müllgebühren und das geänderte Entsorgungsverfahren stoßen bei der Bevölkerung auf große Kritik und Ablehnung.

Nicht dass man nur sehr spät und zögerlich mit der allgemeinen Information an die Bevölkerung herantrat, nein, mit Einzelheiten hält man jetzt noch hinter dem Berg.

Der größte Stein des Anstoßes ist wohl die Abschaffung der Biotonne. Was man sich dabei gedacht hat, lässt sich kaum mit vernünftigem Menschenverstand begründen.

Man führt Papiertüten für den Biomüll ein, was weder sozial noch ökologisch sinnvoll ist. Die vorhandenen braunen Tonnen werden eingesammelt. Was geschieht damit? Werden diese vernichtet? Wenn das Papiertütensystem ja so sinnvoll ist, wird wohl keine andere Kommune diese noch gebraucht kaufen. Mit viel Energie hergestellte und seit Jahren benutzte Behälter werden entsorgt. Die vorhandenen Tonnen hätten noch viele Jahre ihren Dienst erwiesen. Nein, man produziert jetzt Papiertüten mit viel Energie. Papierherstellung ist ein hoher Energieverbraucher. Die Verteilung läuft auch nicht von selbst. Der Nachschub muss ständig gewährleistet sein.

Für die Sammelstellen müssen Container oder Behälter produziert und bereitgestellt werden. Dazu fährt jeder Haushalt zwei bis drei Mal pro Woche zum Container, um die Biotüten zu entsorgen. Wie viel Energie wird hierzu aufgewendet? Aber wir müssen ja nicht auf Schadstoffemissionen achten. Wir in der Eifel nicht. Was machen ältere Leute ohne eigenes Auto, die gegebenenfalls noch etwas abseits wohnen?

Die Tüten müssen die Verbraucher bis zur Ablieferung an den Sammelstellen im Haus lagern. Erstens kann man nicht wegen jeder Tüte (alle zwei Tage) zur Sammelstelle fahren. Zweitens locken die Papiertüten Ungeziefer an, und bei Regen weichen diese auch auf. Für Mäuse, Ratten, Marder und Füchse sind Papiertüten kein Hindernis. Vom Madenbefall im Sommer ganz zu schweigen.

Man wird davon ausgehen müssen, dass aufgrund der Lagerung und des Transportes erheblich mehr Biomüll in der grauen Tonne landen wird. Hat man damit etwas gewonnen? Bisher konnten Hausbesitzer mit kleinem Garten kleineren Mengen Grüngut oder Fallobst in der braunen Tonne entsorgen. Jetzt werden Tüten in Massen benutzt. Oder ein Autokorso zur Grüngutsammelstelle ist zu erwarten. An den Mülleimern an Rastplätzen der Landstraßen wird sich für viele die Möglichkeit der schnellen und einfachen Entsorgung bieten. Wie wird es bei den Sammelcontainern aussehen? Wenn es dort so ist wie bei vielen Glascontainern, stehen viele Tüten daneben. Gutes ist auf alle Fälle nicht zu erwarten. Es bleibt nur zu hoffen, dass unsere Kommunalpolitiker ihre Wähler zu dem Thema fragen. Vor vielen Jahren hat bereits ein Politiker gesagt: „Will man gute und nachhaltige Politik betreiben, muss man dem Volk aufs Maul schauen!“ Vielleicht lässt sich ja nochmal über die Entscheidungen reden.