Ihre Meinung : Bio-Müll macht Rentner froh

Zum Leserbrief von Gerlinde Lehnen (Trierischer Volksfreund vom 24. August) äußert sich  Heinz-Josef Weis:

Frau Lehnen hat dankenswerterweise nicht nur auf ein Problem aufmerksam gemacht, sondern bietet auch Lösungsvorschläge an. Am sinnvollsten erscheint der Vorschlag, dass die Müllentsorgung in Zukunft von Rentnern vorgenommen wird, die ihr kleines Müllsäckchen mit dem Bus zur Sammelstelle bringen.

Auf diese Weise würden gleich zwei Probleme mit einem Schlag gelöst: Der Bio-Müll wird entsorgt, und die leeren Busse des öffentlichen Personen-Nahverkehrs werden gefüllt.

 Man sieht vor dem geistigen Auge schon die Rentner durch die Straßen zur Bushaltestelle tippeln. Jeder mit Gehstock rechts und ein kleines Müllsäckchen aus Papier in der linken Hand.

Sie besteigen den Bus und platzieren das Säckchen neben sich auf dem Sitz. Man hört schon das muntere Hallo, wenn sich Rentner-Kollegen im Bus treffen, um ihre Entsorgungsaufgabe zu erfüllen.

Die Kommunikation wird großgeschrieben: Es entwickeln sich spontan tiefgreifende Gespräche, wie sie früher an Stammtischen üblich waren. Die gewohnten Themenkreise wie Politik und Wetter werden ergänzt durch Diskussionen über den Inhalt des eigenen Müllsäckchens.

Bei besonders hitzigen Diskussionen kann es schon einmal vorkommen, dass ein Rentner vergisst, sein Müllsäckchen abzugeben. Dann kann er auf seiner Müllkreuzfahrt eine weitere Runde mitfahren.

Auch der Busfahrer freut sich. Sah man früher schlecht gelaunte Busfahrer in leeren Bussen durch die Gegend fahren, so ist der Bio-Müll-Rentnerbus stets besetzt: zur Hälfte mit Rentnern und zur Hälfte mit Müll-Säckchen.

Der Busfahrer sieht in seinem Leben wieder einen Sinn: So ist er gerne bereit, zusätzlich zu seinem Personenbeförderungsschein den Müllbeförderungsschein zu erwerben. Ein weiterer Vorteil des neuen Systems wird sein, dass auch die Reinigungskräfte sich spezialisieren können zur Bio-Müll-Entsorgungsreinigungsfachkraft.

Die notwendige Aufgabe dieser neuen Berufsgruppe wird darin bestehen, auf dem Sitz neben dem Rentner die Flecken zu entfernen, die durch austretende Flüssigkeiten und Säfte aus der Bio-Müll-Papiertüte entstanden sind.

Letztlich ist somit allen geholfen:Die Rentner haben eine Aufgabe, die sie mit Freude erfüllt. Die Kommunikation ist deutlich verbessert. Die Busfahrer sind froh und es gibt neue Arbeitsplätze im Reinigungsgewerbe.

Dies alles haben die Verantwortlichen im Kreistag und bei den Entsorgungsbetrieben stets vor Augen, wenn sie zu unser aller Wohl solche wegweisenden Entscheidungen zur Bio-Müll-Entsorgung treffen!

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