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Leserbrief zur Kommunalpolitik in Traben-Trarbach: Transparenz nötig

Ihre Meinung : Leserbrief zur Kommunalpolitik in Traben-Trarbach: Wir brauchen Transparenz!

Kommunalpolitik

Zum Artikel: „Zusammenarbeit steht auf der Kippe“ (TV vom 2./3. April 2022):

Zunächst einmal Dank dem TV für diese Berichterstattung. Ohne diese wäre die Mehrzahl der Bürger von Traben-Trarbach über diese politischen Vorgänge nicht informiert. Ich habe Respekt dafür, dass die Tätigkeiten von Herrn Stadtbürgermeister Langer sowie seiner Beigeordneten Hausmann und Weinmann ehrenamtlich ausgeführt werden, d.h. viel Freizeit wird für das Geschehen in der Stadt aufgebracht. Jedoch, wenn man bereit ist in der Politik tätig zu sein, auf welcher Ebenen auch immer, dann muss man bereit sein, Kritik einzustecken, ob einem das passt oder nicht, und das betrifft die Politiker auf allen Ebenen. Corona als Entschuldigung zu nehmen, dass die Bürger und auch etliche Stadträte nicht ein Mindestmaß an Informationen und Hintergründen für die Stadtratsbeschlüsse bekommen, ist fadenscheinig. Diesen Punkt hat der TV in seinem Bericht über die Ratssitzung vom 27.10.2020 bereits schon einmal kritisiert, zusammengefasst in diesem Schlusssatz: „Es ist höchste Zeit für mehr Transparenz in Traben-Trarbach.“ Genau das kritisiert wohl auch der Fraktionssprecher von Bündnis 90/ Die Grünen, G. Lettl. Daran ist, so denke ich, nichts Ehrenrühriges zu sehen, scheint aber nach der heftigen Reaktion der Herren Langer, Haussmann und Weinmann den wunden Punkt getroffen zu haben. Könnte es nicht sein, dass sich die Herren Langer, Haussmann und Weinmann durch Fragen von Bürgern bei ihren Entscheidungen „gestört“ fühlen? Hält man es für verschwendete Zeit, Bürgern und auch Ratsmitgliedern zu erklären, warum man einen Beschluss so oder so fassen will? Wieso darf ein gewählter Stadtrat keine Informationen bei der Verwaltung oder anderen Institutionen einholen, sondern muss seine Fragen über den Stadtbürgermeister stellen? 

Der Stadtbürgermeister fordert eine Entschuldigung von der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, davon mache er seine weitere Zusammenarbeit abhängig. Darf man fragen, um welche Zusammenarbeit es sich handelt? Es scheint doch, dass Herr Lettl eher das Fehlen einer Zusammenarbeit anmahnt. Wenn der 2. Beigeordnete das Handeln der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen als undemokratisch darstellt, kann ich nur umgekehrt fragen: Handeln der Stadtbürgermeister Langer, Herr Haussmann und Herr Weinmann demokratisch, wenn sie Bürger und andere Ratsmitglieder nicht in ihre Entscheidungen einbeziehen? Recht hatte der Journalist des TV: Wir brauchen Transparenz!

Jürg Langguth, Traben-Trarbach