Leserbrief : Nicht totschweigen

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Zum Artikel „Ich will nicht auf meine Hautfarbe reduziert werden (TV vom 31. August), schreibt uns auch Angela Junk:


Solche Beiträge sind wichtig und richtig, um den Umgang mit Rassismus zu verändern. Ich finde es klasse, wenn Herr Gombo den Mut aufbringt, über seine Grundschulzeit zu sprechen. Es scheint zu vieles unausgesprochen und auch von Lehrern geduldet worden zu sein, was wir zum Beispiel als Eltern der Schüler nur teilweise mitbekommen haben. Gerade das vergangene Wochenende zeigt uns aber, wohin es führt, wenn die Anfänge nicht verhindert werden, dann schwingen die Fahnen vor dem Reichstag in schwarz-weiß-rot, was ich nie für möglich gehalten hätte. Die Sprache ist die Wurzel aller Missverständnisse und Wurzel von Rassismus. Auch mir sind schon viele Menschen begegnet, die tatsächlich ernsthaft sagen: Aber ich meine das ja nicht böse, wenn ich vom Negerlein spreche ...“

Meine Tochter ist jahrelang am Gymnasium in Bitburg gemobbt worden, sie wurde als Niggerhure bezeichnet, weil ihr Freund eine dunkle Hautfarbe hat. Man kann also als hellhäutiger Mensch schnell eine Kostprobe davon erhalten, was dunkelhäutige Menschen alles zu ertragen haben. Dabei ist es ganz einfach: Tu niemandem was an, was du selbst nicht erleiden willst.  Auch sollte das Thema in der Schule nicht totgeschwiegen, sondern offen thematisiert werden, denn Kinder sind noch lernfähig und durchaus empfänglich für einen menschlichen Umgang miteinander!