Leserbrief : Bitte nehmt Rücksicht!

Pferde im Straßenverkehr

Zum Umgang mit Reitern und Pferden im Straßenverkehr schreibt diese Leserin:
Jedes Jahr wird vor Schäden in Verbindung mit Wildwechsel gewarnt. Das ist auch gut so. Aber man liest kaum etwas über das richtige Verhalten als Autofahrer – oder besser gesagt: als Verkehrsteilnehmer – in Verbindung mit anderen Tieren wie Pferden.

 Es wird erwartet, dass die Tiere verkehrssicher sind. Aber wie sollen sie das lernen? Dazu ist die Rücksichtnahme aller Beteiligten erforderlich. Zunächst: Ein Pferd oder Pony ist in der Regel ein Fluchttier,  bei Gefahr will es weglaufen. Man versucht also, dieses instinktive Verhalten halbwegs zu unterbinden, was nicht bei jedem Pferd gleich gut funktioniert.

Gerade bei jungen Tieren, die erst mal an den Straßenverkehr gewöhnt werden müssen, ist es sehr hilfreich, wenn ein Autofahrer recht langsam vorbeifährt. Das andere Extrem wäre ein vorbeirauschender Motorrad- oder Quadfahrer, der vielleicht noch auf Höhe des Pferdes mal Gas gibt, oder aber ein LKW-Fahrer, der kurz mal hupt.

Ein großes Lob an all diejenigen, die eine Situation im Umgang mit Tieren richtig einschätzen und entsprechend reagieren: Da gibt es den umsichtigen Landwirt, der sich mit seinem Traktor einem Reiter nähert, beobachtet, dass das Tier unruhig wird, erst mal vom Gas runtergeht und im Zweifelsfall auch bereit ist, den Motor mal ganz auszustellen. Danke! So haben auch junge oder schreckhafte Pferde die Möglichkeit, sich langsam an die großen Vehikel mit den lauten Geräuschen zu gewöhnen.

 Es gibt aber leider auch die Mitbürger, die ein Handzeichen zwecks Reduzierung der Geschwindigkeit ignorieren und an einer Gruppe Pferden vorbeirauschen.

Liebe Autofahrer, seid ihr euch nicht bewusst, dass ein Tier auch mal einen Schritt zur Seite machen könnte oder losgaloppiert? Und meint ihr, dass die Person auf dem Pferd die Aufforderung mit der Hand einfach nur so macht? Bei der Führerscheinprüfung wird doch auf Rücksichtnahme im Verkehr hingewiesen, die brauchen wir vor allem in der Praxis.

Vielleicht ist manch einer nun doch ein bisschen sensibler für den Umgang miteinander: Reiter und Pferd fühlen sich sicher, wenn ihr sie in herabgesetztem Tempo mit gleich-bleibender niedriger Drehzahl passiert und erst mit größerem Abstand wieder Gas gebt. Das wäre schön!