Leserbrief : Nicht unerfahren

Landratswahl

Zur Landratswahl in der Vulkaneifel schreibt Christoph Cremer aus Wittlich:
Als Eifeler und kommunalpolitisch interessierter Mensch informiere ich mich ständig über das, was um mich herum passiert. Ich schätze Ihre – auch kritische – Berichterstattung aus dem Landkreis Vulkaneifel. Ich habe einige Jahre in Daun gelebt und gearbeitet und fühle mich dem immer noch verbunden.

 Mit Aufmerksamkeit habe ich die Berichte über die Landratswahl 2020 verfolgt. Wählerwille war ein Wechsel an der Spitze des Landkreises, der ja nun auch erfolgt. Ich störe mich in Ihrer Berichterstattung daran, dass die „Verwaltungsunerfahrenheit“ von Frau Gieseking immer wieder erwähnt wird. Ich denke, die Wähler wussten bei Stimmabgabe, dass sie jemanden wählen, der nicht aus der Verwaltung kommt.

 Auch der noch amtierende Landrat war im „Vorsitz eines politischen Gremiums unerfahren“ – ich kann mich nicht erinnern, dass dies bei seiner Amtsübernahme thematisiert worden ist. Herr Thiel hatte zwar den Vorteil, dass er aus der Verwaltung kam (im weitesten Sinne – zumindest ist er Inhaber eines Verwaltungsdiploms). Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Führung einer Behörde dann auch immer gelingt. Zur Klarstellung: Eine Polizeiinspektion ist keine Behörde. Bürger erwarten von einer Landrätin/ einem Landrat, dass sie/ er sich für ihre Belange einsetzt und Vorstellungen dazu hat, wohin sich der Kreis und demnach auch seine Bürger entwickeln sollen. Frau Gieseking hat da wohl „den Nerv“ getroffen.

 Gänzlich politisch unerfahren ist sie zudem nicht, und sie bringt wohl auch ein gerüttelt Maß an Lebens- und Berufserfahrung mit.