Leserbrief : Kommunikation sieht anders aus

Innenstadt

Zum Artikel „Soforthilfe für Bitburgs City aus der Stadtkasse?“ (Trierischer Volksfreund vom 13. Januar) schreiben Hans und Marlene Weber aus Bitburg:

Überrascht hat uns der Artikel über finanzielle Zusagen der Stadt Bitburg für Läden in der Innenstadt. Meine Frau und ich haben bis zum 15. Juli 2020 einen Farben-Einzelhandel in der Innenstadt, genauer in der Petersstraße betrieben. Die Stadt Bitburg hat sich in den letzten Jahren um unsere, teilweise existenzbedrohende Lage, gelinde ausgedrückt,  einen „feuchten Kericht“ gekümmert.

Ich möchte betonen, hausgemachte Probleme gab es keine, es waren andere Probleme. Angefangen hatte alles mit der Einführung des Innenstadtringes. Ab Tag eins brachen die Einnamen überproportional ein,wie bei den meisten anderen Läden der Innenstadt auch.

Knüppeldick kam es aber erst durch den Ausbau der Fußgängerzone und benachbarten Straßen, so auch der Petersstraße. Bei Vorstellung der Baumaßnahme wurde uns zugesagt, innerhalb sechs Wochen sei unser Geschäft wieder füßläufig sowie per PKW erreichbar.

Daraus sind dann 16 (!) Wochen geworden, mehrere Male mussten wir bei der Stadtverwaltung vorstellig werden, damit die Arbeiten überhaupt weitergeführt werden.

Kunden konnten während dieser 16 Wochen mit ihren Autos nicht vorfahren, wir konnten mit dem Firmenwagen ebenso wenig unser Geschäft mit Ware beliefern, noch Ware ausfahren. So musste ich die Waren vom Firmenwagen zum Geschäft und zwecks Auslieferung teilweise wieder zurück schleppen, durch eine recht zerklüftete Baustelle, und das als Gehbehinderter.

Während dieser Tätigkeit, die zeitlich sehr aufwendig war, erhielt ich 17 Bußgeldbescheide wegen Falschparkens. Diese wurden später seitens der Stadt kassiert, nachdem ich deren Begleichung ablehnte und damit drohte, mich an den Volkfreund zu wenden.

Soviel zum Thema Unterstützung der Gewerbetreibenden durch die Stadt Bitburg. Andernorts werden Gewerbetreibende aktiv von der örtlichen Verwaltung während solcher Maßnahmen unterstützt, hier wirft man uns nur Knüppel zwischen die Beine.

Auch Ware hat die Stadt Bitburg in den letzten acht Jahren kaum bei uns eingekauft, und wenn, dann nur Kleinigkeiten. Gewerbesteuerbescheide sind bei uns immer regelmäßig eingegangen, ebenso Bettelbriefe zur Finanzierung des Europäischen Folklorefestivals.

Während all dieser Maßnahmen hat sich nie ein Vertreter der Stadt Bitburg bei uns auch nur blicken lassen um mit uns über etwaige Ängste, Nöte oder Vorschläge zu sprechen, beim ersten Lockdown und zögerlichem Neubeginn selbstredend auch nicht.

Wir sehen uns in der Rolle der Kuh, die man melken kann, sowie als Stimmvieh. Wir dachten früher, die Verwaltung ist für den Bürger da, nicht der Bürger für die Verwaltung.

Kommunikation sieht anders aus.