Leserbrief : Wald statt Windkraft

Energiewirtschaft

Zum Artikel „Auf Lindscheid ist noch alles möglich“ (TV, 19. Januar) meint Anja Harms aus Neuerburg:
Die Wertschätzung des Waldes hat neuerdings einen großen Schub erfahren. Angesichts der Klimaerwärmung hat der Wald eine enorme Bedeutung als CO2- und Wasserspeicher.  Andere Funktionen, die auch für die Lebensqualität der Menschen von Bedeutung sind, finden wieder mehr Beachtung, desgleichen Pflegemaßnahmen und das Anpflanzen junger Bäume.

Das Gebiet von „Auf Lindscheid“ und Umgebung südöstlich der Stadt Neuerburg besteht ganz überwiegend aus Laub- und Mischwald. Dieses zusammenhängende Waldvorkommen ist schon deshalb besonders gut geeignet, die ihm zugedachten Funktionen zu erfüllen. Die vom Laubwald geprägten Bestände von „Auf Lindscheid“ haben sich als robust und resistent gegenüber der Trockenheit und Hitze der vergangenen Jahre erwiesen. Sie bieten am ehesten die Gewähr,  künftige Dürreperioden zu überstehen.

Diese besondere Qualität dient dem Klimaschutz.Entgegen mancher Panikmache hat man allen Grund, auf den Fortbestand gerade dieses Waldgebiets in „Auf Lindscheid“ und Umgebung hoffen zu können. Voraussetzung ist, dass man diesen Wald als Einheit akzeptiert, zerstörerische Eingriffe unterlässt, den Wald schützt, ihn in Ruhe lässt. Großflächige Abholzungen, die Befestigung und Verbreiterung langer Zuwegungen für den Schwerlastverkehr wären Maßnahmen, die im Wald von „Auf Lindscheid“ unmäßigen Aufwand erfordern, ihn an vielen Stellen zerschneiden, beschädigen, verwundbar machen. Dadurch spielt man der Klimaerwärmung nur in die Hände.Der aus Neuerburg stammende Unternehmer Manfred Mundt hat nach eigenem Bekunden eine  Menge Herzblut in sein Projekt „Auf Lindscheid“ gesteckt. Wenn ihm das Wohl seiner Wohngemeinde so sehr am Herzen liegt, sollte er zu mehr Einsicht und zum Umdenken in der Lage sein.

  Eine Einstellung dieser Planungen wäre schon wegen der neu aufgekommenen Gefahren das Beste für Neuerburg und seine Bewohner. Der Rat der ehemaligen VG Neuerburg hatte eine Beplanung des Waldgebiets „Auf Lindscheid“ gar nicht erst erwogen. Ein Verzicht auf das Waldgebiet dort oben soll auch schon einmal der (vernünftige) Vorschlag des von der VG Südeifel angestellten Planungsbüros gewesen sein. Jetzt kommt als existenzielle Bedrohung die Klimaerwärmung hinzu.Die Aussichten stehen nicht schlecht, dass mit der bewussten Erhaltung und Pflege des Waldes von „Auf Lindscheid“ und Umgebung ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Es wäre klug und vorausschauend, den Wald von „Auf Lindscheid“ von Windkraftanlagen freizuhalten.

Anm. der Red: Frau Harms ist Mitglied der Bürgerinitiative „Gegenwind Südeifel“