Leserbrief : Was bringt ein Unesco-Zertifikat?

Naturschutz

Zum Artikel „Neugier wecken auf das Land der Vulkane“ (TV vom 18. Februar) schreibt Hartmut Schmidt aus Daun:

Zum erneuten Angebot einer Gästeführerfortbildung durch den Natur- und Geopark Vulkaneifel stellen sich doch einige Fragen. Zwar ist die Identifikation mit der einzigartigen Vulkanlandschaft in den letzten Jahren gestiegen, wie auch am Einsatz der „Interessengemeinschaft Eifelvulkane“ und zuletzt am aktuellen Rohstoffnutzungskonzept des Landkreises zu erkennen ist.

Richtig ist sicher auch, dass sich die Vulkaneifel in ihrer Bedeutung mit anderen geschützten Gebieten vergleichen lässt. Was bisher aber für die Vulkaneifel völlig fehlt, ist ein echter Schutz vor der Zerstörung dieser bundesweit einmaligen Landschaft durch den aktuellen Rohstoffabbau.

Was bringt ein Unesco-Zertifikat, vergleichbar zum Great Barrier Reef, wenn aktuell in der Vulkaneifel ohne Landschaftsschutz auf 400 Hektar billiges Schüttgut produziert wird und für weitere 400 Hektar (die Fläche von über 600 Fußballfeldern) die Genehmigung auch zur Umwandlung von landschaftsprägenden Vulkanbergen in riesige Löcher schon erteilt ist?

Einen ersten konkreten Schritt hat die Kreispolitik im Oktober 2020 zum zukünftigen Schutz der Vulkanlandschaft unternommen: Unter Hinweis auf die bestehenden großen Abbaureserven mit erteilten Genehmigungen werden geplante zusätzliche „Flächensicherungen“ von bis zu 500 Hektar für die Abbauindustrie abgelehnt. Die Abbauindustrie als Teil der problematischen „menschlichen Nutzung der Natur“ in der Vulkaneifel beklagt ein Berufsverbot und droht mit Klagen. 

Seit Jahren wurden viele Gästeführer ausgebildet, die „Neugier wecken auf das Land der Vulkane“. Die mit Landesmitteln unterstützte Ausbildung erfordert  Zeit- und Geldeinsatz von den zukünftigen Gästeführern. Hat sich der Aufwand für die bisherigen Gästeführer gelohnt als ernstzunehmendes „Standbein“ für den Haupt- oder Nebenerwerb? Oder wird mit der neuen Gästeführerausbildung nur zusätzliche Konkurrenz geschaffen und deren Erfolg gefährdet?