Leserbrief : Die Kosten müssen sowieso alle tragen

Abfall

Zum Kommentar „Die Sammler nicht alleinlassen“ von Christian Altmayer  (TV vom 16. April) äußert sich Christiane Thomas aus Reil:

Offensichtlich ist die Lobby der Umweltschützer auf kommunaler und regionaler Ebene viel zu klein und viel zu leise! Das liegt wahrscheinlich unter anderem an der kaum oder gar nicht vorhandenen Vernetzung. Vielerorts gehen Bürger alleine oder mit ihren Kindern Müll sammeln. Dabei werden sie oft belächelt, unterliegen primitiven Kommentaren und sind zusätzlich mit der Entsorgung auf sich gestellt.

Was macht es unterm Strich für einen Unterschied, welche Ebene für die Entsorgungskosten zuständig ist?  Die Kosten für die umweltbedingten Folgen (verschmutzte Flüsse, stark belasteter Grund und Boden durch illegale Entsorgung sowie achtloser Umgang mit Hinterlassenschaften sämtlicher Art) tragen wir sowieso alle. Ob durch Müllgebühren oder erhöhte Kosten für aufwendige Aufbereitung des Trinkwassers und so weiter. Am Ende zahlt jeder einzelne Bürger mit Steuern und stetig steigenden Müllgebühren für dieses  asoziale Verhalten.

Genau aus diesen Gründen sollte doch jeder Einzelne daran interessiert sein, die Umwelt sauber zu halten und gegebenenfalls die „Übeltäter vorzuführen“. Im Großen wie im Kleinen. Immer mit dem Bewusstsein, erst mal als „Buhmann“ dazustehen, aber auch, etwas Gutes für die Gesamtgesellschaft und die Umwelt getan zu haben. Dazu genügt manchmal schon die direkte Konfrontation oder ein persönliches Gespräch. Achtlos das Bonbonpapier, das Tempotaschentuch, den Kronkorken oder die Zigarettenkippe fallen zu lassen, damit fängt es an. Der Steigerung sind keine Grenzen gesetzt.

Es ist wie mit dem Coronavirus: Müll ist ein Teil unserer Zivilgesellschaft, er ist einfach da, und es ist zwingend notwendig, dieses Problem gemeinschaftlich anzugehen. Je mehr Menschen sich zusammenschließen, umso größer ist die Chance, etwas zu verändern. Unterstützung von Behörden & Co und die Zusammenarbeit mit Umweltaktivisten/Schützern sind unumgänglich. Einmal im Jahr zum „Dreck-weg-Tag“ einen Container bereitstellen ist gut, aber es ist auch reine Makulatur und dient zur Imagepflege. Es stellt sich die Frage: „Nach uns die Müllflut?“ (unter diesem Titel gibt’s in der SWR-Mediathek eine tolle Doku), oder handeln wir in folgendem Sinne: Wenn jeder von uns sein Umfeld zu einem besseren Ort macht, dann wird auch die Welt zu einem besseren Ort (von Sonam Wangchuk). Jeder Einzelne hat  es in der Hand!