Leserbrief : Ein schaler Beigeschmack bleibt

Vergabe für AfA-Betrieb

Zum Artikel DRK geht beim Betrieb der AfA leer aus“ (TV vom 24. April) äußert sich Wolfgang Rieder aus Bitburg:

Ich finde es auch sehr, sehr, schade, dass die hervorragende Arbeit des DRK-Kreisverbandes in der seinerzeitigen Notlage (2015…) des Landes bei der aktuellen Vergabe der Betriebsträgerschaft der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) Bitburg, keinen Ausschlag gegeben hat.

Der regional verwurzelte Wohlfahrtsverband hat seine Leistungsfähigkeit nicht nur als Betriebsträger der Vorgänger-Einrichtung unter Beweis gestellt, die Mitarbeiter*innen haben durch ihr einfühlsames Wirken in der AfA-Außenstelle wesentlich dazu beigetragen, dass diese Aufnahmestelle unauffällig und die dort vorübergehend begleiteten Menschen, jung und alt, unterschiedlicher Kulturen und Religionen ohne Probleme zusammenlebten. Auch für die Zivilgemeinde Bitburg war diese Einrichtung unauffällig. Der European Homecare, ein mittelständisches Unternehmen aus Essen, ist nach eigenen Angaben mit derzeit über 120 Einrichtungen für die Betreuung solcher Aufnahmeeinrichtungen Marktführer.

Ich denke bei dieser Aussage gleich daran, dass solche Marktführer ihre Position auch dadurch ausbauen, weil diese „Konzerne“ sich über die Zeit ein Marktfeld zurechtlegen und Standards an Ausschreibung und Leistungen kreieren, die den öffentlichen Auftraggebern und deren Entscheidern sehr entgegen kommen. So könnte ich mir vorstellen, dass die Grundanlagen des Ausschreibungsverfahrens für die Bitburger AFA und andere gleich gelagerte Einrichtungen ursprünglich aus dem Hause der European Homecare stammen. Alte Skat-Erfahrung: „Wer schreibt, der bleibt!“

Fazit: Das DRK hat eine tragfähige Bewerbung abgegeben, aber die European Homecare wusste, wie das Ergebnis für den Auftraggeber aussehen musste.  Ich bin mir sicher: Der DRK-Kreisverband Bitburg-Prüm wird wieder mit seinem Potenzial und seiner hohen Hilfsbereitschaft zur Verfügung stehen, wenn „Not am Manne“ ist! Darauf darf sich die Bevölkerung verlassen, auch wenn sich das DRK in diesen Tagen sehr alleine gelassen fühlen muss.

Bei der ADD und beim Land weiß man, dass man sich in der Not wieder an das DRK wenden kann. Ein schaler Beigeschmack dabei bleibt mir dabei!