Leserbrief : Habt ihr kein Schamgefühl?

Müll

Zum Artikel „Umweltschützer fordern Hilfe der Behörden“ (TV vom 16. April) und zur Debatte um den Abfall in der Landschaft schreibt Joachim Colles aus Echternacherbrück:
Jedes Jahr im Frühjahr wird normalerweise von allen Gemeinden die „Aktion saubere Landschaft“ durchgeführt. Auf Nachfrage bei unserer Gemeinde wurde mir mitgeteilt, dass seitens der ART ein Rundschreiben an die Gemeinden versendet wurde, nachdem diese Aktion in den Oktober verlegt wurde und auch keine Müllcontainer zentral für die Gemeinden zur Verfügung gestellt werden.

Corona hin oder her, aber ich kann dies nicht nachvollziehen! Man könnte familienweise die Gruppen einteilen und im Freien ohne Risiko und Ansteckungsgefahr diese Aktion realisieren. Jetzt ist die Vegetation noch niedrig und der Müll gut sichtbar, aber im Oktober bei mehr als 50 Zentimeter hohem Bewuchs gehe ich definitiv keinen Müll mehr an der Straße und in der Gemeinde aufsammeln.

Unsere Gemeinde hat angeboten, jedem, der möchte, Müllsäcke zur Verfügung zu stellen und das Säubern dann in Eigenregie zu tun. Die vollen Säcke müssten wir bei der Gemeinde abgeben und diese müssten von der Gemeinde kostenpflichtig bei einer Mülldeponie entsorgt werden. Das ist ein Witz — und noch schlimmer!

Ich war  in der Natur an meinem Pachtgewässer, dem Fluss Gaybach, und habe dort mit meiner Familie an Fünf-Kilometer-Flussstrecke den Müll eingesammelt. Jetzt sollte ich mich darum kümmern, den Müll abzutransportieren und kostenpflichtig in einer Annahmestelle zu entsorgen. Geht man so mit Menschen um, die in ihrer Freizeit den Dreck anderer Leute ehrenamtlich entsorgen? Und Sie glauben nicht, welche Mengen wir dort vorgefunden haben! Nun hat sich die Kreisverwaltung Bitburg freundlicherweise dafür eingesetzt, dass die ART den kostenlosen Abtransport des Mülls organisiert.

Ich möchte noch einen Appell an alle Leser richten.  Es ist einfach nur traurig zu sehen, wie wir Menschen unsere Natur versauen. Habt ihr kein Schamgefühl, wenn ihr einfach den ganzen Dreck aus dem Autofenster werft oder mit Anhängern im Wald abladet? Besonders makaber ist es, dass wir jedes Jahr Unmengen an Silofolie an dem Flussufer finden und einsammeln müssen, obwohl es kostenlose Annahmestellen dafür gibt! Einfach nur traurig! Dann ist es auch höchste Zeit, dass Luxemburg auch das Pfand auf Getränkedosen und Getränkeflaschen einführt. Das ganze Grenzgebiet hier in Deutschland ist komplett an den Straßenrändern vermüllt!