Leserbrief : Ohne Zweistaatenlösung kein Frieden

Nahost-Konflikt

Zum Artikel „Rufe nach dauerhafter Lösung für Nahost“ (22. Mai):

Wenn ich mir die endlose Tragödie ansehe — im wievielten Akt sind wir überhaupt? — erinnere ich mich immer an den blutjungen Palästinenser, der mich beim Protest-Lagerfeuer gegen den Golfkrieg im Januar 1991 auf dem Trierer Hauptmarkt gegen Mitternacht ansprach und mir sein Leid klagte. Sein Fazit: „Wir sind nur Hunde. Für die Welt sind wir nur Hunde!“

Das habe ich nie vergessen. Und jetzt, 30 Jahre später, sind wir noch keinen Schritt weiter. Noch immer gibt es palästinensischen Terror, noch immer gibt es israelischen Terror, dazu die Arroganz der Macht. Eine Gewaltspirale ohne Ende. Und unsere Wutpolitiker dreschen mal wieder kräftig auf die Palästinenser ein. Kritik am Staate Israel? Fehlanzeige! Wer vom Existenzrecht Israels redet und im gleichen Atemzug das Existenzrecht eines palästinensischen Staates unterschlägt, ist ein Scheinheiliger. Ohne eine Zweistaatenlösung wird es keinen Frieden geben. Das weiß eigentlich alle Welt.

Utopisch? Unmöglich? Deutschland und Frankreich haben sich Jahrhunderte bis aufs Messer bekämpft, mindestens so heftig wie Iraelis und Palästinenser heute. Bis wir es irgendwann leid waren und jetzt in Frieden nebeneinander leben. Wieso soll das im Nahen Osten nicht möglich sein?