Leserbrief : Der eigentliche Skandal heute ist die Missachtung der Heiligen Schrift

Kirche

Zu den Artikeln „Trierer Bischof will Beispiel seines Vorgängers Marx nicht folgen“ (TV vom 5./6. Juni) und „Eine Kehrtwende sieht anders aus!“ (TV vom 12. Juni):

Ist es mit dem Rücktrittsangebot des Münchner Kardinals Reinhard Marx gegenüber Papst Franziskus getan? Reicht es aus, „Mitverantwortung zu tragen für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten“, wie Marx es betont? Echte Verantwortung fordert eine Lösung und nicht den Rückzug!

Ist es nicht beschämend genug, wie mit den Seelen von Schutzbefohlenen sowie Mitarbeitern umgegangen wurde? Lässt sich der Missbrauch an den Anvertrauten mit Geld ausgleichen? Einen seelischen Schaden mit finanziellen Mitteln aus der Welt zu schaffen oder zu mildern, ist ein Hohn den Opfern gegenüber. Niemand kann sich damit ein gutes Gewissen erkaufen!

Wer von uns hat schon einmal Ursachenforschung für dieses menschliche Versagen betrieben? Ist es nicht der Abfall vom christlichen Glauben, der hier sichtbar wird?

Anders bei den ersten Christen. Paulus wandte sich, nachdem ein Vorkommnis bekannt wurde, mit diesen Worten an die Gemeinde Gottes in Korinth: „Schafft den Übeltäter weg aus eurer Mitte!“ (1. Korinther 5, 13).

Wer schließt heute wen aus? Müsste nicht die Mitwisserschaft in einem Missbrauchsfall genauso geahndet und zum Ausschluss aus der Gemeinde (Kirche) führen, wie es der Umgang mit dem Täter erfordert? Wenn immer wieder in kirchlichen Kreisen von umfassender Aufarbeitung von Sexualverbrechen die Rede ist, dann bitte nur im Lichte der Bibel, denn  „Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht“ (2. Johannes 9). Wenn Christus nicht im Mittelpunkt seiner Gemeinde steht, ist alles gut gemeinte Bemühen vergeblich!

Der eigentliche Skandal heute ist die Missachtung der Heiligen Schrift. Da, wo Gottes Wort ignoriert wird, herrscht Unordnung, Chaos, und eine Frömmigkeit mit lediglich „christlichem“ Anstrich. Die einzige Lösung zur Missbrauchsaufarbeitung ist eine grundlegende Restaurierung der Kirche nach dem apostolischen Grundsatz „Nicht über das hinaus, was in der Schrift steht“ (1. Korinther 4, 6).