Leserbrief : Dieser Partei sollte man vertrauen?

Die Grünen

Zu den Artikeln „Drei Tage, ein Programm, ein Ziel“ (TV, 14. Juni), „Wolken über dem Sonnenblumenfeld“ (TV, 12. Juni) und „3300 Änderungsanträge für Weg ins Kanzleramt“ (TV, 10. Juni):

Annalena Baerbock wird nicht nur von den Mainstream-Medien als neue „Messiasin“ gefeiert, sondern das Programm der Grünen erscheint vielen als Neuauflage der Bergpredigt.  Doch wie sehr spiegelt die Regierungspolitik der Grünen den pazifistischen, ökologischen und sozialen Anspruch dieser Partei?

Als eine Partei mit dem Anspruch, pazifistisch zu sein, führten die Grünen in einer Koalition zusammen mit der SPD Deutschland in zwei Kriege.  Beide Parteien waren mit ihrer Agenda verantwortlich für große soziale Verwerfungen.

Prekäre Arbeitsverhältnisse, Leiharbeit und Rentenbesteuerung, das Kürzen der Laufzeiten für Arbeitslosengeldanspruch und Deregulierung der Finanzmärkte führten über die letzten Jahrzehnte nicht nur zur Steigerung von Alters- und Kinderarmut, sondern auch zur Finanzkrise und zur rigorosen Umverteilung des Vermögens.

Die Energiewende wird erkauft zulasten unserer Nachbarn durch Importe von Kohle-Strom aus Polen und Atomstrom aus Belgien und Frankreich. 

In Nordrhein-Westfalen stimmten die Grünen in einer Koalitionsregierung mit der SPD in einem Leitentscheid von 2016 für die Rodung des Hambacher Forst und eine Verlängerung der Laufzeit für den Braunkohleabbau. In der Opposition bekämpfen sie heute ihren eigenen Beschluss vehement.

Und wie steht es mit der grünen Moralphilosophie? Die pädophile Gesinnung mancher Parteigänger manifestierte sich in einem Mehrheitsbeschluss von 1980 zur Milderung der Paragraphen 174 und 176 StGB über Sexualität mit Kindern. Die daraus folgenden Übergriffe von Erwachsenen auf Kinder in einigen den Grünen nahestehenden Einrichtungen ist aus meiner Sicht bis heute nicht ganz aufgearbeitet. Noch heute tummelt sich so mancher der einstigen Befürworter in der Partei. Und dieser Partei sollte man in Zukunft vertrauen?