Leserbrief : Merkel und Laschet sollten Menschen in den Hochwassergebieten mit Besuchen verschonen

Flutkatastrophe

Zu den Artikeln „Merkel sagt unbürokratische Hilfe zu“ (TV vom 19. Juli), „Ein Klimapaket mit großen Schwächen“ (TV vom 19. Juli):

Glücklicherweise bin ich vom Hochwasser verschont geblieben. Würde ich jedoch in einem der betroffenen Hochwassergebiete wohnen, müsste ich die Auftritte von Angela Merkel und ihrem Wunschnachfolger als blanke Verhöhnung empfinden.

Denn die promovierte Physikerin, die seit 16 Jahren Bundeskanzlerin ist, hat  sicher genügend Sachverstand, um die Zusammenhänge des menschengemachten Klimawandels zu überschauen.

Was sie nicht davon abgehalten hat, den Kohleausstieg auf 2038 zu verbummeln, die Flugpreise am Boden zu halten und ständige Verteuerungen von Bus und Bahn zuzulassen. Ein Tempolimit auf der Autobahn sowie Verbrauchsobergrenzen für Neuwagen-Zulassungen sucht man bei ihr vergeblich.

In den Verkehrskonzepten, die ihre Parteifreund*innen in den Ländern und Kommunen aufstellen, ist „Auto“ gefühlt jedes zweite Wort; eine Förderung der Radwege lässt sie ebenso vermissen wie zumindest einen Veggie-Day pro Woche in den Mensen. Vom Wiedereinstieg in die Kernenergie, den sie nur infolge von Fukushima rückgängig gemacht hat, ganz zu schweigen.

Und diese Dame spielt sich nun auf als die größte Krisenmanagerin der Republik. Es ist für mich unbegreiflich, dass eine Person, die 16 Jahre lang keinen Handgriff für den Klimaschutz getan hat, immer wieder eine Mehrheit bei den Wahlen erzielen konnte.

Noch unfassbarer finde ich, dass ihr möglicher Wunschnachfolger erst eine Hochwasserkatastrophe mit über 150 Toten braucht, um zu kapieren, dass es dringenden Nachholbedarf gibt. Und selbst dann äußert er sich dermaßen schwammig und unverbindlich, dass ich seine plötzliche Kehrtwende nur als Wahlkampf-Opportunismus wahrnehmen kann. Dieser Mann darf weder Bundeskanzler werden und noch Ministerpräsident bleiben!

Vielmehr bin ich der Meinung, dass Merkel und Laschet die Menschen in den Hochwassergebieten mit ihren wenig überzeugenden Besuchen verschonen sollten. Und wenn sie schon meinen, dort aufkreuzen zu müssen, sollten sie beim Aufräumen mitanpacken. Denn der Klimawandel und die aktuellen Wetterextreme sind auch das Resultat ihrer Politik.

Ich hoffe auf einen vollständigen Regierungswechsel im Herbst, denn eine Partei, die sich im Klimaschutz absichtlich dumm stellt und auch noch das Bundesverfassungsgerichtsurteil vom April ausblendet, ist meines Erachtens keine ernstzunehmende Wahloption, sondern ein Fall für den Verfassungsschutz!